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Kultur „The Walking Dead“-Zombies erobern die deutschen Kinos
Nachrichten Kultur „The Walking Dead“-Zombies erobern die deutschen Kinos
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13:18 30.10.2015
„Fear the Walking Dead“ (v.l.): Madison, Travis, Alicia und Nick. Quelle: AMC/Amazon Prime
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Leipzig

Im Herbst, da kommen die Zombies. Was nicht so sehr mit Halloween zu tun hat, sondern mit den Serien-Untoten. Das ist so, seit im Oktober 2010 die erste Staffel „The Walking Dead“ in den USA bei AMC startete. Damals zog US-Bezahlkanal Fox in Deutschland noch im November nach, inzwischen geht es auch hierzulande bereits Mitte Oktober auf der Sky-Plattform los.

So hatten denn Rick und die anderen Überlebenden zu Beginn der 6. Staffel bereits damit zu tun, eine riesige Herde Zombies, die aus einem Steinbruch ausgebrochen ist, von Alexandria, der Zuflucht der Lebenden, abzulenken. Was in der dritten Folge zu gefährlichen Rückschlägen führt, während die in Alexandria Zurückgebliebenen gegen die Macheten-Attacke brutaler Eindringlinge kämpfen müssen.

Grusel zwischen Popcorn und Cola

Da der Überlebenskampf gerade wieder so schön gruselig auf dem Bildschirm gestartet ist, greift auch das Kino zum Serien-Hit. Am 31. Oktober laufen die ersten zwei Folgen der 6. Staffel auf der großen Leinwand deutschlandweit in 30 CinemaxX-Häusern, u.a. in Halle, Dresden und Magdeburg. Der Eintritt ist frei – gegen einen Mindestverzehr zwischen Popcorn und Cola von sieben Euro.

Die Vorführung gibt es aber nicht nur, weil Halloween ist, sondern auch aus zwei anderen Gründen. Am 16. November erscheint endlich die 5. Staffel von „The Walking Dead“ auf DVD (16 Folgen uncut mit vier Stunden Bonusmaterial). Davor allerdings zeigt RTL2 ab 31. Oktober den gruseligen Einschalthit.

Da geht es dann zurück in jene böse Zeit, als Rick und seine Gruppe als Gefangene der Kannibalen von Terminus vor ihrer Schlachtung stehen und die bewaffnete, mit Zombieblut beschmierte Carol, von Rick etliche Folgen zuvor wegen einer Gefängnistötung verstoßen, am Zaun zu Terminus auftaucht, eine Gasexplosion auslöst und die Befreiung einleitet.

Leider hört nicht jeder in der Gruppe auf Rick, der alle Kannibalen töten wollte. Ein Versäumnis, das schon bald dem verliebten Bob zum Verhängnis wird, während die Gruppe Unterschlupf in der Kirche von Priester Gabriel findet. Ein reichlich undurchsichtiger Diener Gottes, der Gewalt und Waffen ablehnt.

Spin-off startete im August

Die „Walking Dead“-Saison läuft dieses Jahr jedoch nicht erst seit dem 6. Staffelstart am 12. Oktober, die begann bereits am 24. August. Da startete bei Amazon Prime, zeitversetzt zur amerikanischen Ausstrahlung, das Spin-off „Fear the Walking Dead“.

Auf der Streaming-Plattform von Amazon landete die von Robert Kirkman, der das Ur-Comic „The Walking Dead“ mitgezeichnet hatte, und Dave Erickson entwickelte Serie, obwohl auch Fox und Netflix geboten hatten. Ein Zeichen, wo sich der US-Produktionssender AMC die meiste Verbreitung versprach – und vermutlich auch das meiste geboten bekam. Immerhin schalteten in den USA über zehn Millionen den Serienstart ein – Rekord im amerikanischen Kabel-Fernsehen.

Die Geschichte von „Fear the Walking Dead“ hängt sich nicht – wie bei „Better call Saul“ und „Breaking Bad“ – an das Original an, sondern breitet in den bisherigen sechs Folgen eher Familiendramen aus. Die Geschichte spielt in Los Angeles und setzt ein, als erste Bewohner vom Zombie-Virus infiziert sind.

Alle sind ratlos, was da passiert. Im Mittelpunkt stehen der Literaturlehrer Travis, die Witwe und Lehrerin Madison, deren zwei Kinder, ein Junkie der Sohn, eine Musterschülerin die Tochter. Nick sieht unter Drogen, wie seine Freundin als fressgieriger Zombie umgeht, glaubt an eine Halluzination und haut ab.

Flucht aus Los Angeles

Als sich seltsame Ereignisse häufen, beschließt Travis, seine Ex-Frau Liza und seinen Sohn Christopher zu holen und aus der Stadt zu verschwinden. Als alle in einen gewalttätigen Aufruhr mitten in der Stadt geraten, flüchten sie in den Salon von Daniel Salazar, einem Flüchtling aus El Salvador.

Der hat offenbar Dunkles erlebt oder war darin verwickelt. Jedenfalls beherrscht er die Kunst des Überleben weitaus besser als Travis. Was sich auch zeigt, als sie aus dem vom Militär gesicherten Bezirk abhauen, während sich gerade eine Horde Zombies befreit und die Stadt flutet.

Finale ohne Cliffhanger

Dass der Schluss gar kein Schluss ist, es also auch keinen Cliffhanger gibt (obwohl Hauptfiguren bereits sterben), hat damit zu tun, dass 15 weitere Folgen noch vor dem Ende des ersten Pakets in Produktion gingen. Vor „The Walking Dead“ braucht sich das Spin-off nämlich ganz sicher nicht zu verstecken.

Wer reinsehen will, kann das am 6. November tun. Dann laufen in 24 Cinestar-Kinos die ersten beiden Folgen, auch in Leipzig. Wieder gilt das Prinzip: Eintritt frei bei einem Mindestverzehr von sieben Euro.

Wer wissen will, wie’s weitergeht mit Travis und den anderen und bisher kein Amazon Prime gebucht hat, der kann ab 16. November die DVD-Box kaufen. So wird das Kino zur Promotionmaschine des TV-Serien-Booms.

Von Norbert Wehrstedt

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