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Theaterhaus im Leipziger Westen landet wieder in der Warteschleife

Theaterhaus im Leipziger Westen landet wieder in der Warteschleife

Im Juni 2013 herrschte bei dem Endlos-Thema auf einmal so etwas wie Euphorie. Bereits dreimal waren zuvor vielversprechende Projekte gescheitert. In unterschiedlichen Besetzungen hatten wichtige Ensembles - allen voran das Off-Zentrum Lofft und das traditionsreiche Leipziger Tanztheater (LTT) - Konzepte für ein gemeinsames Haus entwickelt.

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Karl-Heine-Straße gegenüber der Schaubühne Lindenfels: Hier soll bis 2015 das Theaterzentrum West entstehen - oder doch Privatwohnungen?

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. So sollten die Dauerprobleme um viel zu kleine Probenräume und mangelhafte Ausstattung behoben, zugleich die knappen Finanzmittel besser genutzt werden. Und ein sicherer Hafen für viele verschiedene freie Crews entstehen.

Doch egal ob ein Neubau auf dem Feinkost-Areal, die Sanierung eines alten Lokschuppens im Lene-Voigt-Park oder zuletzt die Idee, genau gegenüber der Schaubühne Lindenfels an der Karl-Heine-Straße ein Theaterhaus zu errichten - alle Pläne zerschlugen sich. Bis vor sieben Monaten per Stadtratsbeschluss scheinbar der Durchbruch gelang.

Demnach sollte das Kultur-Dezernat bis Ende September 2013 eine Vorlage erarbeiten, die "Realisierungsvarianten einschließlich einer Vorzugsvariante" aufzeigt. Das Dezernat bat dann erst nach der Sommerpause private Investoren, unverbindliche Konzepte für vier Standorte rings um die Karl-Heine-Straße zu erstellen. Diese trafen im November ein (siehe Mitte). Im Dezember tagte im Rathaus erstmals eine Ämterrunde, die "erheblichen weiteren Klärungsbedarf" feststellte, wie Beate Locker von der Abteilung Kulturförderung formuliert. Inzwischen ist Januar und eine Vorlage nicht absehbar. Erst recht keine Entscheidung, wie Locker einräumt.

Das Projekt liege allen "sehr am Herzen", betont sie. Doch die Angebote seien höchst unterschiedlich: Auch bei den Kostenschätzungen, die zwischen 1,6 Millionen (Westwerk) und knapp 9 Millionen Euro (Josephkonsum) liegen. Ein Neubau auf der Freifläche zwischen der Schaubühne Lindenfels und dem Josephkonsum, in dem bereits Räume durch drei der vier Projektpartner genutzt werden (Lofft, LTT, Schaubühne, Lindenfels Westflügel) wäre als Standort sicher ideal, so die Fachfrau. Doch zunächst müssten nun etliche Ämter einen "sehr schwierigen Abstimmungsprozess" durchlaufen. An dessen Ende könne noch kein Favorit stehen, bedauert Locker. "Ziel ist eine Vorlage, die uns ermächtigt, überhaupt zu einer vernünftigen Planung zu kommen." Das Lofft, dessen Untermietvertrag beim Theater der Jungen Welt Ende 2014 ausläuft, werde den Vertrag verlängern müssen.

Linken-Stadträtin Skadi Jennicke, die seit langem um ein Produktionshaus für freies Theater in Leipzig kämpft, sieht sich angesichts der neuen Verzögerung bald "am Ende meiner Mittel als Stadträtin". Die Verwaltung zeige nicht die Durchsetzungsfähigkeit, die so ein Projekt benötige. Da die Karl-Heine-Straße heute eine der begehrtesten Lagen für Wohnungsbau ist, drohe nun wieder zu passieren, was schon beim letzten Plan vis-à-vis der Schaubühne Lindenfels geschah. Dort stieg der Grundstückseigentümer Stadtbau AG nach zwei Jahren des Wartens auf eine Entscheidung der Stadt aus, verfolgt jetzt andere Pläne.

Lofft-Chef Dirk Förster gewinnt dem Ganzen auch was Positives ab: "Ich sehe es als Vorteil, dass erstmals alle Ämter von Anfang an dabei sind." So könnten schwierige Fragen zum Rechtsmodell oder den Finanzen von vornherein geklärt werden - statt am Ende langer Planungen alles zu zerstören. Grünen-Stadtrat Wolfram Leuze leitet den Kultur-Fachausschuss und sieht das ähnlich. Entscheidend für den Erfolg sei zunächst eine klare Ansage, was die Kommune bereit ist, sich solch ein Haus kosten zu lassen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.01.2014

Jens Rometsch

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