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Theaterturbine feiert 15. und lädt zum Festival

Improvisationstheater Theaterturbine feiert 15. und lädt zum Festival

Die Theaterturbine feiert – zum einen das eigene 15-jährige Bestehen, zum anderen von morgen bis zum Samstag die vierte Ausgabe des Festivals „Momenta“. Über Entwicklungen in der Improtheatergruppe, die große Lust auf das Genre und das anstehende Spektakel sprachen wir mit Turbine-Leiter Thorsten Giese (49).

Großes Ensemble, das neugierig bleibt: die Theaterturbine.

Quelle: Silvana Kuhnert

Leipzig. Die Theaterturbine feiert – zum einen das eigene 15-jährige Bestehen, zum anderen von Mittwoch bis zum Samstag die vierte Ausgabe des Festivals „Momenta“. Über Entwicklungen in der Improtheatergruppe, die große Lust auf das Genre und das anstehende Spektakel sprachen wir mit Turbine-Leiter Thorsten Giese (49).

15 Jahre Theaterturbine – soviel Beständigkeit ist eigentlich das Gegenteil von Improvisieren. Mit welchen Mitteln halten Sie Improtheater spannend?

Wir bleiben lebendig weil wir extrem unbeständig sind, die Gruppe hat sich stark verändert – sowohl von der Konstellation der Spieler als auch von der Struktur her. Früher waren Karin Werner, die nach Potsdam gegangen ist, und ich die Geschäftsführer, inzwischen sind wir eine vierköpfige Gesellschaft bürgerlichen Rechts, und jeder hat bestimmte Aufgaben, kümmert sich um verschiedene Vorhaben. Raschid Sidgi und ich beispielsweise organisieren das Momenta-Festival.

Zum Zehnjährigen haben wir über Verjüngung in der Turbine gesprochen. Ist das Ziel erreicht?

Wir haben seit einiger Zeit Anne Rab, Franziska Juntke und Sarah Arndtz im Ensemble, die rund 20 Jahre jünger sind. Kurz nach dem Festival wird erstmals Victoria Schaetzle auf die Bühne springen, und 2018 kommt Philipp Nerlich dazu – die Verjüngung ist also da.

Und daneben stehen die erfahrenen Kollegen. Kann Routine auf der Bühne auch hinderlich sein?

Total. In bestimmten Spielsituationen ist absehbar, wer von uns wie reagiert, welche Figur oder welchen Satz man anbietet. Wir arbeiten hart daran, diese Vorhersehbarkeit immer wieder abzuschaffen. Das Verlassen sicherer Muster erfordert Mut, und diese Feinarbeit macht dieses Genre so spannend.

Welche Situationen gibt es, bei denen Ihnen Improvisationstechniken im Alltag helfen?

Es gibt eine Grundregel beim Improvisieren: „Sag ja!“ Das hilft mir manchmal bei Einladungen, bei denen ich spontan abwehre und denke: Oh Gott, was kann mir da alles passieren! Mit dieser Hilfe lasse ich mich eher auf Unbekanntes ein, das ist toll!

Nun also das Festival. Was erwartet den Zuschauer?

Fünf fantastische Gäste aus aller Welt werden mit uns in sieben Shows alle nur denkbaren Emotionen auf die Bühne werfen. Und nach der letzten Show feiern wir richtig Geburtstag!

Wie finanziert sich „Momenta“?

Ausnahmslos durch die Einnahmen aus Shows und den beiden Workshops. Natürlich hoffen wir, dass viele Zuschauer kommen. Solche Festivals machen niemanden reich, hier geht es vor allem um spannende Begegnungen von Impro-Schauspielern, ein gegenseitiges Kennenlernen und Inspirieren, von dem auch das Publikum profitiert.

Die Existenz sichert sich die Theaterturbine eher durch Buchungen bei Unternehmen. Welche außergewöhnlichen Erinnerungen fallen Ihnen spontan ein?

Eine schöne Erinnerung: Bei einer Abschlussveranstaltung von Führungskräften haben wir innerhalb von einer Stunde die Grundregeln vermittelt und dann spontan mit den Leuten zusammen gespielt. Das war sehr amüsant und spannend, ein großer Spaß für alle Beteiligten. Ein negatives Beispiel: Eine Firma wollte uns für ihre Weihnachtsfeier buchen, bei der wir die Defizite der Angestellten auf die Bühne bringen, damit denen mal was klar wird. Sowas ist gruselig, wir haben abgelehnt.

Gibt’s Tabus beim Improtheater?

Jeder hat für sich andere. Man sollte sich eher nicht ausziehen. Aber wenn ich einen Vergewaltiger spiele, dann spiele ich den. Als Raschid Sidgi bei einer Aufführung als Jesus vom Kreuz stieg, sind zwei Zuschauer aus der ersten Reihe aufgestanden und gegangen. Solch eine Szene muss aber möglich sein. Bei unserem Festival behandelt Henk van der Steen das Thema „Fake news“. Das dürft sehr spannend werden – und vielleicht auch polarisieren.

Planen Sie neue Formate?

Zusammen mit Jim Libby spinnen wir am so genannten Zug-Projekt herum. Ein Impro-Tausendsassa aus Amerika, der in Wien lebt, vor zwei Jahren bei uns gastierte und mit uns was machen will. Die Grundidee: Ein Mann sitzt in einem Zug und begegnet ständig neuen Figuren. Das ist ein Vorhaben für 2018 – entweder für die Bühne oder tatsächlich in einem Zug.

Festival „Momenta“ vom 27. bis 30. September in der naTo, Mittwoch Grand Opening mit allen internationalen Gästen und der Theaterturbine um 19.30 Uhr; danach Shows immer um 19.30 Uhr und 21.30 Uhr. Karten für eine Show 15/10 Euro, Tageskarte 25/15 Euro, Festivalkarte für 60/40 Euro bei Culton. Mehr auf www.momenta-festival.de.

Von Mark Daniel

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