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Thomas Stuber verfilmt Clemens-Meyer-Geschichte

Liebe im Großmarkt Thomas Stuber verfilmt Clemens-Meyer-Geschichte

"In den Gängen": Seit dem 28. Februar laufen die Dreharbeiten für die Verfilmung von Clemens Meyers Werk - in Wittenberg, Bitterfeld, Leipzig und Karlsruhe. Von den 30 Drehtagen liegen die meisten nachts.

"In den Gängen" (2017) von Clemens Meyer (Buch) und Thomas Stuber (Buch, Regie), Dreharbeiten im Hamberger Großmarkt Wittenberg - v.l. Sandra Hüller (Marion), Regisseur Thomas Stuber, Franz Rogowski (Christian).

Quelle: Norbert Wehrstedt

Leipzig. Das Ende ist schon gedreht, nun ist der Film-Tross weitergezogen. Vom Hamberger Großmarkt in Lutherstadt Wittenberg zum Hamberger Großmarkt in Bitterfeld. Der emsig bewegte Ort, an dem Marion, die Süßwaren-Verkäuferin, und Christian, der Neue aus der Getränkeabteilung nebenan, zusammentreffen. Er ist wortkarg, sie mit einem Brutalo verheiratet.

Die Liebesgeschichte zwischen ihnen hat Clemens Meyer geschrieben, Thomas Stuber hat sie in „Die Nacht, die Lichter“, dem Geschichtenband, entdeckt. Erster Kontakt zu Clemens Meyer kam mit der Verfilmung „Von Hunden und Pferden“ (Studenten-Oscar 2012) zustande, mit dem Milieu-Drama „Herbert“ gewannen beide dann letztes Jahr die Silberne Lola.

Das Drehbuch zu „In den Gängen“ hat Thomas Stuber wieder mit Clemens Meyer geschrieben, wofür beide bereits 2015 den Deutschen Drehbuchpreis bekamen. Nun wird seit dem 28. Februar gedreht, in Wittenberg, Bitterfeld (6 Tage), Leipzig (13 Tage), Karlsruhe (ein Tag). Von den 30 Drehtagen liegen die meisten nachts. Da werden abends die Osterhasen weggeräumt und die Weihnachtsmänner hingestellt. Morgens geht es dann andersrum.

Produzent Jochen Laube von der Firma Sommerhaus: „Es war schon schwierig, einen Großmarkt zu finden, in dem wir 20 Tage drehen können. Es muss morgens ja immer wieder überall so aussehen wie abends bei Ladenschluss.“ Regisseur und Mitautor Thomas Stuber hat an der Vorlage von Clemens Meyer nicht nur die „Geschichte von einfachen Menschen, die nach einem kleinen Glück suchen“ fasziniert, sondern auch die Atmosphäre in einem Großmarkt: „Das ist eine ganz eigene Welt. Die Leute halten drinnen zusammen, stützen sich gegenseitig – und sind draußen allein. Kommen sie zurück, tauchen sie wieder in ihre Gemeinschaft ein.“ Erzählen will Thomas Stuber diese Liebesgeschichte mit tragischen Untertönen in einem leichten, lakonischen Ton.

Wofür er mit Sandra Hüller („Toni Erdmann“), die seit November 2015 in Leipzig wohnt, die ideale Darstellerin gefunden hat. Sie besetzte er früh, schickte sie dann aber doch noch ins Casting – und fand als Partner Franz Rogowski („Viktoria“), der gerade „Happy End“mit Meister-Regisseur Michael Haneke („Das weiße Band“) gedreht hat. Sandra Hüller, die für den nominierten „Toni Erdmann“ zum Oscar in Los Angeles geflogen ist („Alles war rauschhaft, groß, leuchtend, bunt“) und für „Toni Erdmann“ als beste Darstellerin den Europäischen Filmpreis erhielt: „Die Atmosphäre auf dem Großmarkt ist unheimlich spannend – und ich habe jetzt einen Schein fürs Gabelstaplerfahren.“

In einer tragenden Nebenrolle als Chef von Christian steht erneut „Herbert“-Star Peter Kurth vor Thomas Stubers Kamera. Die Produzenten Jochen Laube und Franz Maubauch, die von der in Leipzig ansässigen Mitteldeutschen Medienförderung für „In den Gängen“ 450 000 Euro erhielten, sind alte Bekannte von Thomas Stuber: Sie haben alle in Ludwigsburg studiert und in der Filmakademie-Mannschaft auch zusammen Fußball gespielt.

Clemens Meyer spielt wieder, wie in „Von Hunden und Pferden“ und „Als wir träumten“, eine Minirolle: Er ist Marions Mann und fährt in einem Audi aus dem Bild: „Da muss ich vorher üben, weil ich 25 Jahre kein Auto mehr gesteuert habe.“

Norbert Wehrstedt

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