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„Todesspiele“: Karen Rose beendet Thriller-Trilogie

„Todesspiele“: Karen Rose beendet Thriller-Trilogie

Seitdem sie ihren Kittel als Lebensmitteltechnikerin an den Nagel gehängt hat, um sich als Thrillerautorin zu versuchen, ist Karen Rose (Hafer) aus Cincinnati, Ohio ein Begriff unter den Krimi-Fans in aller Welt.

München. Mit ihrem neuesten Roman „Todesspiele“ schließt sie nach den Bestsellern „Todesschrei“ und „Todesbräute“ die Trilogie um die Familie Vartanian ab. Und wieder einmal zeigt sie sich als fantasievolle Dramaturgin eines fast unerträglich spannenden Romans.

Sie schildert minuziös die Jagd nach einem skrupellosen Killer, einem gnadenlosen Mädchenhändler-Ring im Raum Georgia. Jedes einzelne Kapitel über die Verfolgung der brutalen Verbrecher beginnt mit der genauen Uhrzeit und dem Ort des Geschehens. In einem Haus treffen sich die Gangster, die den Mädchenhändlerring strategisch führen. Sie haben Probleme. Eine Frau, eines ihrer ehemaligen Opfer, bricht ihr Schweigen, auch wenn dies niemand erwartet hätte.

Auf einer anderen Erzählebene reist Susannah Vartanian in ihre Heimatstadt Dutton - den einzigen Ort der Welt, an den sie nie mehr in ihrem Leben zurückkehren wollte. Die Beerdigung ihrer Eltern zwingt die erfolgreiche Staatsanwältin aus New York zur Rückkehr. Just da stößt die Polizei in einem Bunker von Dutton auf fünf Mädchenleichen - bestialisch zugerichtet und zu Tode gequält. Zusammen mit dem charismatischen Special Agent Luke Papadopoulos wird Susannah in den Bunker beordert. Von den Tätern fehlt jede Spur. Doch zwei Opfern, die in den dunklen Kellern des Bunkers ebenfalls dahin vegetiert hatten, gelang schwer verletzt und von Todesangst gezeichnet die Flucht.

Susannah und Luke bietet sich ein Bild des Grauens. Die Peiniger der fünf toten Mädchen müssen eine perverse Lust an grausamen Todesspielen gehabt haben. Ein Brandzeichen auf den Körpern der Toten stellt die Polizei zunächst vor ein Rätsel. Für Susannah Vartanian ist dieser Anblick wie ein Schlag ins Gesicht. Wie ein Schleier zerreißt die jahrelange Verdrängung ihres eigenen Traumas: Denn auch sie ist einst gebrandmarkt und vergewaltigt worden. Und sofort wird ihr bewusst, dass der Fall auch für sie selbst tödlich enden kann. Denn die Gangster haben fest damit gerechnet, dass sie nie wieder zurückkehrt, und vor allem, dass sie schweigt.

„Todesspiele“ ist ein raffinierter Thriller, besonders dort, wo die Grenze zwischen Opfern und Ermittlern verwischt. Hier wird eine Frau geschildert, die in ihrem eigenen Fall ermittelt und die Leser zur Anteilnahme herausfordert. Sie versucht den großen Unbekannten unter den Drahtziehern auszumachen - und folgt ihm am Ende bis in die eigene Familie. Das ist so spannend angelegt, dass sich die Passagen über das Verhältnis der beiden Protagonisten Susannah und Luke geradezu erholsam lesen lassen. Beide haben schwere Schicksalsschläge zu verkraften. Aus einem zunächst unterkühlten Verhältnis wächst eine behutsame Liebe zwischen beiden, was Rose unter Umgehung aller Kitschfallen überzeugend beschreibt. Faszinierend ist der Krimi auch deshalb, weil er dem Leser Einblicke in DNA-Bestimmungen, Internet- Recherche und den Nachweis von Gift in verschiedenen Wirkstoffen gibt.

Susanna Gilbert-Sättele, dpa

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