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Kultur „Toni Erdmann“ siegt beim Deutschen Filmpreis
Nachrichten Kultur „Toni Erdmann“ siegt beim Deutschen Filmpreis
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21:40 28.04.2017
Erhielt zwei der sechs Lolas für „Toni Erdmann“: Regisseurin und Drehbuchautorin Maren Ade. Quelle: dpa
Berlin

Und einen so glorreichen Favoriten hat man schließlich selten parat: Fünf Europäische Filmpreise, Nominierungen beim Oscar und beim Golden Globe – Maren Ades „Toni Erdmann“ war der Liebling der Saison seit seiner Premiere in Cannes vor knapp einem Jahr. Punktgenau vermeldete der Verleih am Freitag, dass der Film die Marke von einer Million Besucher geknackt habe.

Die 1850 Akademie-Mitglieder konnten kaum anders, als ihr Kreuzchen hinter der Tragikomödie über den peinlichen Papa mit dem Party-Gebiss zu machen. Der Filmpreis in Gold, dotiert mit 500.000 Euro, ging an Maren Ade. In „Toni Erdmann“ buhlt ein vereinsamter Musiklehrer-Vater mit einer humoristischen Überfalltaktik um die Liebe seiner Manager-Tochter und verwandelt sich dafür in eine Fantasiefigur namens Toni Erdmann. Insgesamt gab es sechs Lolas für „Toni Erdmann“, darunter die für die Hauptdarsteller Peter Simonischek und Sandra Hüller sowie zwei für Drehbuchautorin und Regisseurin Ade.

Ob es Zufall war, dass die Frauen das Feld bei der von Jasmin Tabatabai moderierten Gala beherrschten? Im Palais am Funkturm reihten sich Anne Zohra Berrached mit dem Abtreibungsdrama „24 Wochen“ (Lola in Silber) und Nicolette Krebitz’ mit ihrer Wolfsgeschichte „Wild“ (Lola in Bronze) in die Gewinnerliste ein.

Die beste Dokumentation „Cahier Africain“ über Kriegsverbrechen im Kongo hat Heidi Specogna gedreht – sie durfte sich über einen berufenen Laudator freuen: Michael Moore wurde per Video zugeschaltet: „Wir brauchen Fakten, wir brauchen die Wahrheit“, so der Oscar-Preisträger („Bowling for Colombine“). Nebenbei bedankte er sich ironisch bei den Deutschen, die für Donald Trumps Vorfahren verantwortlich seien.

Einige Preisträger standen schon vorab fest: Regisseur Simon Verhoeven ließ sich die Lola für den besucherstärksten deutschen Film von Til Schweiger überreichen, der zumeist selbst Abnehmer für diesen Preis ist. Andreas Dresen hielt eine liebevolle Rede auf Cutterin Monika Schindler, die als 79-Jährige immer noch im Schneideraum zaubert und nun die Lola fürs Lebenswerk erhielt.

Den Preis für die weibliche Nebenrolle ging an Fritzi Haberlandt im Euthanasie-Drama „Nebel im August“, bei den Männern gewann Georg Friedrich („Wild“). „Was für ein Jahr“, stöhnte Friedrich voller Wonne. Da hatte er recht.

Von RND/Claudia Palma/Stefan Stosch

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