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Tour de Force: Ein Rundgang über den With Full Force-Campingplatz

Festival Tour de Force: Ein Rundgang über den With Full Force-Campingplatz

Regen, Wind und kühle Temperaturen. Der With Full Force-Samstag beginnt denkbar ungemütlich. Die Fans lassen sich davon jedoch nicht die Laune verderben, wie ein Rundgang über den Campingplatz zeigt. Vielmehr punkten die Besucher mit kreativen Wohnideen und skurrilen Anreisegeschichten.

Chrissi aus Ludwigshafen und Lisa aus Jena sind mit einem Kleinbus angereist.

Quelle: Bastian Fischer

Leipzig. Groß, grau und ziemlich wuchtig erhebt sich das Gefährt von Chrissi aus Ludwigshafen und Lisa aus Jena zwischen den umstehenden Kleinwagen. Die beiden Mädels sind gemeinsam mit ein paar Freunden in einem komplett umgebauten Kleinbus nach Roitzschjora gereist. „Das sind unsere eigenen Drei Zimmer-Küche-Bad“, lacht die 32-jährige Chrissi. Eine durchaus treffende Beschreibung: Drinnen bietet eine Küchenzeile genug Raum für kulinarische Experimente, weiche Matratzen sorgen für einen angenehmen Schlaf.

„Ich schlafe dort oben, im Penthouse“, grinst sie und zeigt auf ein über der Fahrerkabine eingezogenes Schlaflager. Seit inzwischen 13 Jahren pilgert sie regelmäßig zum With Full Force. Sie schätzt an dem Festival vor allem die stets gute und breit gefächerte Bandauswahl. „Auch wenn dieses Jahr leider auch einige Künstler wie Architects oder Stray From The Path kurzfristig abgesagt haben“, zeigt sie sich ein wenig enttäuscht. Freundin Lisa schätzt zudem das große und vielseitige Essensangebot des Festivals. „Vor allem, dass auch viele vegane Gerichte angeboten werden gefällt mir sehr gut“, betont die 20-Jährige, die zum zweiten Mal nach Nordsachsen gereist ist.

Ein paar hundert Meter weiter fällt der Blick auf eine zunächst ganz gewöhnlich wirkende Zeltstätte. Nicht ganz, wie sich bei genauerem Hinsehen herausstellt. Denn das Camp von Thomas und Lara verfügt nicht nur über eine Musikanlage und einen kompletten Kühlschrank, sondern auch – ganz wichtig auf solchen Festivals – ein eigenes Dixi-Klo. „Das haben wir kurz vorher noch organisiert“, grinst der 32-Jährige. Und das ist noch nicht alles. „Wir haben auch einen Projektor und eine Leinwand dabei, veranstalten heute eine Bud-Spencer-Gedächtnis-Nacht.“ Auf einem großen Feuerfass wird dazu für alle Soljanka gekocht.

Schon seit 15 Jahren kommen die beiden nach Roitzschjora, dieses Mal sind sie mit insgesamt 13 Freunden vor Ort. „Uns gefällt einfach die familiäre Atmosphäre“, erklärt die gleichaltrige Lara ihre Faszination für das With Full Force. „Alles hier läuft komplett gewaltfrei ab, es ist ein sehr friedliches Festival, jeder ist total entspannt – das gilt auch für die Security“ Zudem sei die zentrale Lage für viele Fans optimal – auch für die Gruppe, die aus dem Erzgebirge angereist ist.

Von dort aus haben sich auch Pascal und Roy auf den Weg gemacht – allerdings ganz anders, als man im ersten Moment erwarten würde. Die beiden Mittzwanziger haben die knapp 140 Kilometer lange Anreise – Pascal: „Eine echte Tour de Force, wir haben uns ein paar Mal verfahren“ - aus Schönheide auf einem Tandem zurückgelegt. Von Mittwochvormittag bis Freitagabend waren sie unterwegs.

Entstanden ist der Plan ganz klassisch aus einer sprichwörtlichen Schnapsidee. „Wir haben uns vor fünf Jahren auf dem With Full Force ein wenig betrunken“, erinnert sich Pascal schmunzelnd, „und haben einfach diesen Plan gefasst. Dann ist alles erst einmal ein wenig versandet.“ Auslöser, die Tour nun doch in Angriff zu nehmen, war ein kleinerer Streit zwischen Pascal und Roy im vergangenen Jahr. „Wir haben dann beschlossen, durch die Fahrt unsere Freundschaft wieder zu festigen.“ Das sei definitiv gelungen, bestätigt auch Roy.

Auch sie schätzen am With Full Force vor allem der Zusammenhalt innerhalb der Fanszene. „Das ist jedes Jahr eine Ansammlung von verrückten Leuten mit den selben Interessen“, beschreibt Pascal. „Freundschaft und Mentalität stehen im Mittelpunkt.“ Natürlich interessiert die beiden auch die musikalische Seite des Festivals – immerhin spielt Pascal selbst in einer Hardcore-Band. Trotzdem, das wird beim Rundgang und in vielen Gesprächen deutlich: Es sind vor allem die Menschen, die die Fans auch im 23. Jahr wieder auf den wohl härtesten Flugplatz der Republik gezogen haben.

Bastian Fischer

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