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Tschechows "Ivanov" feiert am Samstag im Schauspiel Leipzig Premiere

Tschechows "Ivanov" feiert am Samstag im Schauspiel Leipzig Premiere

Es mag bekanntere Stücke von Anton Tschechow geben. Regisseur Michael Talke hat sich für seine morgige Premiere im Schauspiel Leipzig aber für "Ivanov" entschieden, ein frühes Stück des russischen Schriftstellers, erst als Komödie veröffentlicht, später - nur leicht überarbeitet - dann als Tragödie.

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Tschechows "Ivanov" feiert am Samstag im Schauspiel Leipzig Premiere.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. An der letzten Fassung orientiert sich Talke mit seinen Schauspielern.

Tschechow skizziert das Leben im ländlichen Russland gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Seinen Ivanov siedelt er an in einer oberflächlichen Gesellschaft, die an Bedeutung und Wohlstand verliert und hinter der großbürgerlichen Fassade letztlich neidvoll übereinander herfällt. Ivanov lebt mit seiner kranken Frau Anna auf einem Landgut, hat aber längst schon ein Auge auf Sascha, die Tochter des Nachbarn, geworfen.

Dem Stück fehle noch die Differenziertheit, die Tschechow später erreiche, sagt Talke. Dennoch könne es in seiner Klarheit mit den großen Werken Tschechows mithalten. Es geht um Geld und das Heiraten als Vehikel, um den Wohlstand zu mehren. Eine materialistische Orientierung, die Parallelen aufweist zur heutigen Zeit. Dennoch will Talke den Stoff "nicht nur durch die Gegenwartsfolie" lesen. Er will die Epoche, in der Ivanov agiert, spiegeln. "Dafür brauche ich eine gewisse Menge an Charakteren", sagt der Regisseur und bringt auffällig viele Schauspieler auf die Bühne. 13 sind es, darunter Jonas Fürstenau in der Titelrolle und Julia Berke als Anna. Matthias Hummitzsch spielt Sabelskij, den Onkel Ivanovs, Pina Bergemann schlüpft in die Rolle Saschas. "Ich weiß nicht, wann ich zuletzt mit so einer Riesentruppe agiert habe", sagt Talke. Spannend sei die Aufgabe außerdem gewesen, mit einem neu zusammengewürfelten Ensemble zu arbeiten, das in den ersten Wochen bereits ein "enormes Programm auf die Bühne gebracht hat".

Talke, freier Regisseur, 1965 in Mainz geboren, hat an Theatern von Hamburg bis Luzern inszeniert. Nach seinem Engagement in Leipzig geht es für ihn in Weimar weiter. Bei Frank Castorf an der Berliner Volksbühne war er Regie-Assistent. Sein "Ivanov" ist nach den jüngsten Übernahmen und Neuinszenierungen die erste komplette Neuproduktion der Schauspiel-Spielzeit seit den Eröffnungstagen Anfang Oktober.

Premiere: Samstag, 19.30 Uhr; Bosestr. 1., Kartentelefon: 0341 1268168; weitere Infos unter: www.schauspiel-leipzig.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.11.2013

Dimo Riess

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