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Kultur UT Connewitz in Leipzig als Spielstätte des Jahres ausgezeichnet
Nachrichten Kultur UT Connewitz in Leipzig als Spielstätte des Jahres ausgezeichnet
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11:50 13.10.2015
Das Team des UT Connewitz samt Hund Lupus bei einer Pressekonferenz 2012. Gestern Abend haben sich Almuth Wagner (Dritte von links) und Sebastian Gebeler (rechts daneben) in München die Trophäe für die "Spielstätte des Jahres" abgeholt. Foto: André Kempner Quelle: André Kempner
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Leipzig

Als sich Almuth Wagner und Sebastian Gebeler am gestrigen Montag von Leipzig auf den Weg in die Münchner Muffathalle gemacht haben, wussten sie zwar, dass sie heute mit einem Preis zurückkehren würden. Aber dass Kulturstaatsministerin Monika Grütters ihr UT Connewitz im Rahmen der Vergabe des "Applaus 2015" am Abend dann gleich zur "Spielstätte des Jahres" kürte - das traf die beiden völlig unvorbereitet. Erstmals darf sich ein Leipziger Club mit diesem Titel schmücken.

"Es ist eine riesige Überraschung", freut sich Gebeler vom UT-Connewitz-Verein, "und eine große Anerkennung für das, was wir hier machen". In der Tat: Von einem "hochwertig kuratierten Livemusikprogramm" ist in der Jury-Begründung die Rede. Durch das "Zusammenspiel mit dem historischen Ambiente eines einhundertjährigen Kinosaals" hebe sich das UT "bundesweit von anderen Musikclubs ab". Nicht nur renommierte Künstler treten hier auf, ist den Juroren aufgefallen. Darüber hinaus leiste das UT "einen wichtigen Beitrag zur künstlerischen Entwicklung von weniger bekannten Musikern". Es sei eine tolle Bestätigung "für das Gesamtgebilde UT", findet Gebeler, "dass unser Programm, das sich über die Jahre entwickelt hat, auch überregional ankommt". 2001 ging es mit dem Projekt in einer zugerümpelten Bauruine los.

Mit insgesamt 905 000 Euro ist der Spielstätten-Programmpreis der Initiative Musik der höchstdotierte deutsche Bundesmusikpreis. Die Summe wird freilich auf 64 Preisträger verteilt. Das UT Connewitz gewinnt in der Kategorie II, zu der Musikclubs mit mindestens 52 Konzerten pro Jahr gehören. 15 000 Euro sind in dieser Sparte ausgelobt. Das UT will den Betrag dritteln und jeweils 5000 Euro in Programminhalte, in Veranstaltungstechnik und in den Backstage-Bereich stecken. "Es kommt also direkt den Künstlern zugute", so Gebeler.

Das einstige Unionstheater ist mit der Auszeichnung Primus inter Pares. Den Titel "Spielstätte des Jahres" dürfen zwar nur zwei weitere Clubs aus Köln und dem bayerischen Taubenbach tragen, die in den anderen beiden Kategorien vorne stehen. Aber 15 000 Euro erhalten alle Preisträger der zweiten Gruppe - unter ihnen eine weitere Leipziger Bühne: das Noch Besser Leben.

Eine Viererdelegation der Musikkneipe machte sich gestern von Plagwitz nach München auf. Dort auf ein und derselben Veranstaltung wie Politiker vom Schlage Grütters' oder der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner zu sitzen, sei "wie im falschen Film" zu sein, berichtet Booker Vincent Oley. Wobei es ein Film ist, in dem das Noch Besser Leben gern mitspielt. "Wir freuen uns sehr über die Anerkennung", sagt er, "und das Geld hilft uns auch weiter". Da die Konzerteinnahmen oft nicht einmal die Kosten deckten, blieben im Alltag selten Mittel für notwendige Renovierungen, Technik, ja, nicht einmal für Stühle übrig. "Solche Schmankerl leisten wir uns jetzt", kündigt Oley an.

Das UT Connewitz und das Noch Besser Leben sind die Leipziger Clubs drei und vier, die den Spielstätten-Preis erhalten, der seit 2013 vergeben wird und erst neuerdings "Applaus" heißt. Vor zwei Jahren bekam die Moritzbastei in der Kategorie I (jährlich mindestens 104 Konzerte) 30 000 Euro. Der Jazzclub Leipzig gewann sowohl 2013 als auch 2014 in der dritten Kategorie (ab zehn Konzerte pro Jahr) je 5000 Euro.

2015 stammen vier weitere Preisträger aus Sachsen: der Dresdner Jazzclub Tonne, der Saxstall in Pohrsdorf, Dynamite-Konzerte Radebeul und der Club Emil in Zittau. Die gemeinnützige Initiative Musik fördert seit ihrer Gründung 2007 im Auftrag der Bundesregierung die deutsche Musikwirtschaft. Vorsitzender ist der frühere Viva-Chef Dieter Gorny.

Mathias Wöbking

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