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Übersetzter Peter Urban arbeitet an deutscher Tschechow-Werkausgabe

Übersetzter Peter Urban arbeitet an deutscher Tschechow-Werkausgabe

„Ich werde nicht ruhen, bevor nicht der ganze Tschechow zu lesen ist“ , sagt Übersetzer Peter Urban. Er arbeitet an einer vollständige deutsche Werkausgabe (Diogenes Verlag).

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Tschechow-Übersetzer Peter Urban (Archivfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. 2008 bekam der 68-jährige Slawist den mit 20 000 Euro dotierten Turgenjew-Preis für Übersetzungen russischer Literatur ins Deutsche. Dem deutschen Publikum sei Tschechows erzählerisches Werk vor allem in Übersetzungen aus dem früheren DDR-Verlag Rütten und Loening bekannt. Bei allem Respekt vor den Übersetzerkollegen, so sagt er, hätten sie die Struktur von Tschechows schlichtem, aber kunstvollem Satzbau vernachlässigt. Ein Beispiel: „Die wissen nichts, verstehen nichts und interessieren sich für nichts“, hieß es bislang in der Erzählung „Drei Jahre“. Dabei fängt Tschechow den Satz dreimal mit dem gewichtigen Wort „Nitschewo“ an. „Nichts wissen sie, nichts begreifen sie, nichts interessiert sie“, übersetzt Urban.

Die slawische Sprache kommt mit wenigen, präzisen Wörtern aus, die bei schlechten Übertragungen zu langen deutschen Sätzen führen. Wie bei Tschechow hat auch beim russischen Nationaldichter Puschkin die Rezeption in Deutschland unter überflüssigem Schwulst gelitten. Urban überträgt in schlankes Deutsch.

Er hält Tschechow für den „größten Menschendarsteller nach Shakespeare“, der das Theater erneuert habe. Vorbilder für seine Stücke habe es weder in Russland noch im Ausland gegeben. In Deutschland habe er allerdings lange als unspielbar gegolten, „vor allem als unsprechbar“, sagt Urban. Und führt das auf schlechte Übersetzungen zurück, die nicht die Genauigkeit und Lakonie von Tschechows Sprache erfasst hätten. Erst in den 60er und 70er Jahren hätten Theatermacher wie Ingmar Bergman und Giorgio Strehler den Bühnenautor populär gemacht. Tschechows Präsenz auf den Bühnen verdecke fast den Blick auf sein Prosawerk. „Heute kennen wir ihn weniger als Erzähler“. Derzeit übersetzt Urban die späten Kurzgeschichten Tschechows, die als Meisterwerke des früh verstorbenen Schriftstellers gelten.

dpa/af

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