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Uraufführung: Christian von Aster filmt Trolle und zeigt sie am Samstag im UT Connewitz

Uraufführung: Christian von Aster filmt Trolle und zeigt sie am Samstag im UT Connewitz

Das UT Connewitz wird Samstagabend wieder zum Lichtspieltheater: Zu erleben ist die Uraufführung des neuen Films aus der nimmermüden Feder Christian von Asters.

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Der Gehilfe (Moritz Gabriel) schaut seinem Chef (Elia van Scirouvsky) über die Schulter.

Quelle: Frank Diehn

Leipzig. Der umtriebige Literat und Regisseur outet sich einmal mehr als Anwalt exotisch anmutender, häufig unverstandener und oft genug übel beleumdeter Randgruppen. Drehte sich das Leinwand-Epos "Kevin - Integration eines Mythos" vor einigen Jahren noch um die schwierige Gruppe der Haematophagen (vulgo: Vampire), so widmet sich von Aster in seinem neuen Movie den Trollen.

Das sind, je nach Sichtweise und Kulturkreis, possierliche oder bösartige Gnome von leicht hinterwäldlerischem Aussehen, denen allerlei zuzutrauen ist. Vor allem in Skandinavien heute sehr verbreitet, sind sie hierzulande in erster Linie in den Welten der Fantasy real existierend. Da wird ihnen allerlei übles Tun nachgesagt. Von Asters Film stellt sich den gängigen Vorurteilen offensiv und thematisiert ohne Umschweife sofort "Die Schlimmsten aller Trolle": Ein verdienstvoller Mann der Wissenschaft, selbst ein wenig von trollhaftigem Habitus, macht sich, beseelt von Forscherdrang und Aussicht auf königliche Belohnung, daran, die einschlägigen Machenschaften der Unholde aufzudecken. Er will sich mitten unter sie mischen, um ihnen die finsteren Pläne abzulauschen.

Den schrulligen Forscher gibt der Leipziger Schriftsteller Elia van Scirouvsky. Seinen nur scheinbar tölpeligen Assistenten spielt professionell Moritz Gabriel, der Oscar für die beste Nebenrolle geht an Frank Schletter für einen leicht genervten König. Gedreht wurde mit einem kleinen Budget, das über Visionbakery zusammengebracht wurde, mit einem Drehstab von 60 Enthusiasten und an schönen Orten wie der Burg Querfurt, dem Leipziger Südfriedhof und dem historischen Ratsplenarsaal des Neuen Rathauses.

Gemessen an "Kevin" scheint die Fotografie deutlich professioneller (Kamera: Robert Schneider, Dirko Goebel), man hat Wert auf schöne Bilder gelegt. Am Schluss der 36 unterhaltsamen Filmminuten wartet eine ebenso überraschende wie hübsche Pointe. Die wird hier natürlich verschwiegen. Nicht jedoch die Beteuerung aus dem Abspann, die den Filmemachern sehr wichtig ist: "No trolls were harmed during the making of this movie!"

"Die Schlimmsten aller Trolle", heute (Samstag), 19 Uhr, UT Connewitz (Wolfgang-Heinze-Straße 12a), Eintritt 5/4 Euro

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.10.2013

Lars Schmidt

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