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Vernetzt euch! - Tunesische Bloggerin Lina Ben Mhenni fordert Verbreitung der Wahrheit

Vernetzt euch! - Tunesische Bloggerin Lina Ben Mhenni fordert Verbreitung der Wahrheit

Das Buch-Cover wird vielen bekannt vorkommen. Es ähnelt dem von Stéphane Hessels „Empört Euch!", dem am 15. Juli „Engagiert Euch!" folgen wird, ein Aufruf zum aktiven Einsatz für eine bessere Welt.

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Die tunesische Bloggerin Lina Ben Mhenni.

Quelle: PR

Darum geht es auch der tunesischen Bloggerin Lina Ben Mhenni, deren Streitschrift „Vernetzt Euch!" ebenfalls im Ullstein Verlag erschienen ist. Die 28-Jährige arbeitet als Dozentin für Linguistik und Übersetzerin an der Universität Tunis.

Als eine der Schlüsselfiguren der Jasmin-Revolution wurde sie im April mit dem Blog-Award der Deutschen Welle ausgezeichnet. Kurz zuvor hatte sie auf einem Berliner Medienkongress davon berichtet, wie Öffentlichkeit und Popularität den Aktivisten auch Schutz bieten.

In Deutschland macht Facebook derzeit mit Party-Aufrufen Schlagzeilen, in den arabischen Ländern wird in dem sozialen Netzwerk für Aufstände mobilisiert, werden wie auch per Twitter oder in Blogs entscheidende Informationen verbreitet. „Ich beobachte, was in Tunesien passiert, insbesondere seit dem 14. Januar 2011, jenem Tag, an dem wir uns von der Last, dem Alptraum namens ZABA befreit haben", schreibt Ben Mhenni. Gemeint ist Präsident Zine el-Abidine Ben Ali, der „Gefährten, Gewohnheiten, eine Menge Gewalt" hinterlassen hat.

Statt sich einer Partei anzuschließen, setzt sie auf die Unabhängigkeit des Bloggens. „Es gibt keine Hierarchie. Alle können sich am Entscheidungsprozess beteiligen." So haben alle Tunesier die Revolution mitgetragen, „keiner war der Anführer, aber alle haben sie auf die eine oder andere Weise angeführt".

Das Internet, gefürchtet von den Diktatoren der Welt, sei, schreibt sie, deshalb so mächtig, weil es unmittelbar reagieren und unbegrenzt viele Menschen miteinander verbinden kann. Es ist „wie geschaffen, um Solidarität zu üben". So haben die ägyptischen Revolutionäre beispielsweise erfahren, wie sie sich vor Tränengas schützen können.

2008 schrieb Ben Mhenni ihren ersten Beitrag gegen die Zensur. Als im gleichen Jahr in Tunis gegen den israelischen Überfall auf den Gazastreifen protestiert wurde, als 2009 tunesische Studenten gegen ihren Ausschluss von der Universität in Hungerstreik traten, machte sie Fotos, Videos und Augenzeugenberichte weltweit zugänglich.

Als am 22. Mai 2010 „rund zwanzig Internauten zu einer Kundgebung gegen Zensur aufriefen und dann mit Tausenden im Stadtzentrum von Tunis aufmarschierten", nahm die tunesische Revolution eine „entscheidende Wendung". Wie das gelingen konnte, von ihren Erfahrungen mit Zensur und gesperrten Seiten - Tunesische Internetbenutzer sind inzwischen sehr vertraut mit der Fehlermeldung „404 not found" - erzählt Lina Ben Mhenni in klaren, mitreißenden Sätzen. Und sie macht deutlich, was Flashmobs, Posts und Statusmeldungen, was die „Bürger-Medien" zu bewirken imstande sind. Natürlich begibt sich ein echter Cyber-Aktivist „an die realen Schauplätze des Geschehens". Revolutionen finden noch immer auf der Straße statt. Das Internet ist ein Hilfsmittel, nicht die Lösung; Vernetzung ein Weg, der über Informationen zu bürgernaher Demokratie führen kann.

Janina Fleischer

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