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Verrocktes Ritual - Phillip Boa lässt seine Fans in der Moritzbastei tanzen

Verrocktes Ritual - Phillip Boa lässt seine Fans in der Moritzbastei tanzen

Als Musiker rockt er bereits seit einem Vierteljahrhundert, ohne dabei in der eigenen Vergangenheit fest zu kleben. Mit "Diamonds Fall" hat er im Frühjahr ein viel beachtetes Album veröffentlicht.

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Auch in diesem Jahr brachte Phillip Boa seine Fans wieder in der Moritzbastei zum Tanzen.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Auch 2009 sind die neuen Stücke nicht nur ein Vorwand, um auf Tour zu gehen und doch nur die alten Kamellen zu spielen. Das 16. Album seiner Karriere zeigt, dass er ein Meister des verschrobenen Breitband-Pop bleibt und der letzte Hit noch längst nicht geschrieben ist.

Natürlich sind die traditionellen Konzertabende in der Moritzbastei auch dieses Jahr Monate im Voraus ausverkauft. Zweifellos gehören die Konzerte für einige Hardcore-Fans von Lord Boa längst zum Ritual der Feiertage. Am zweiten Tag des dreitägigen Boa-Festes dürfen Eheruncool das Konzert eröffnen. Punkt Neun betreten die sympathische Diskurspopper aus Döbeln die Bühne, nach 30 soliden Minuten ist Schluss, denn der Zeitplan wird minutiös eingehalten. Das Publikum zwischen 20 und Ende 40 zeigt sich freundlich, größtenteils jedoch desinteressiert. Eheruncool sind lange genug dabei, um zu wissen, dass es für sie ein guter Abend ist, wenn sie am Ende die eine oder andere CD verkaufen. Das passiert tatsächlich.

Natürlich spielt auch der Merchandise-Stand von Boa in einer anderen Liga. Hier gibt es unendlich viele T-Shirts, neues und rares Material auf CD und Schallplatte, zum Teil signiert. Exklusiv für die Besucher der Weihnachtskonzerte: "The Malta Tapes Vol.1", die offiziell erst Anfang 2010 erscheinen. Wem das noch nicht genügt, der kann den Boa-Kult noch ein Stück weiter treiben - mit Longdrink- und Schnapsgläsern, auf dem das Boa-Emblem prangt.

Punkt 22 Uhr beginnt das Hauptspektakel. Bei den ersten Stücken wirkt alles noch ein wenig distanziert. Wie ist diesmal die Laune des Zeremonienmeisters der Nacht? Früher galt Boa als wahrer Egozentriker, über die Jahre ist er ruhiger geworden. Boa, anfangs mit Sonnenbrille, hat er einige Kilo an Fülle gewonnen, wirkt aber dennoch dynamischer als früher. So scheint er bei seinen Twitter-Einträgen nicht zu lügen, denn dort schreibt er genauso von schlaflosen Nächten wie vom Joggen, damit er fit für die Konzerte ist.

Schon nach wenigen Songs ist das sprichwörtliche Eis gebrochen - beachtlich, denn zu Beginn werden vorwiegend Stücke der aktuellen Platte gespielt. Auch hier tanzen oder springen die ersten Reihen wild herum, bis zur letzten Reihe scheint fast jeder Besucher textsicher.

Natürlich folgen später jede Menge Hits wie "Fine Art in Silver", "This is Michael" oder "Diana". Auch der Voodooclub weiß zu brillieren, wobei einige Musiker schon immer dabei waren, andere erst kürzlich engagiert wurden. Alle präsentieren sich von der ersten bis zur letzten Nummer mit einer wahnwitzigen Spielfreude. Einige Songs wurden kürzlich völlig neu arrangiert. Einzig Pia Lund, die zwar immer wieder mit den obligatorischen "Pia, Pia"-Zwischenrufen gefeiert wird, bewegt sich oft erstaunlich unsicher über die Bühne.

Nach 70 Minuten verlassen die Künstler das erste Mal die Bühne. Es folgt ein dreißigminütiger grandioser Zugabenblock mit Stücken wie "Container Love", aber auch "So What" aus der jüngeren Schaffensphase. Auch nach mehr als 90 Minuten springt und schreit der vordere Publikums-Teil euphorisch mit. Boa dreht oft nur noch das Mikro in Richtung Zuschauer, dazu dirigiert er die restlos begeisterte Masse. Kurz vor Mitternacht endet mit "Kill Your Ideals" nicht nur der letzte Zugabenblock, sondern eine große Show. Bis zum nächsten Jahr also!

Michael Wallies

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