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Kultur Vorfreude und Lampenfieber: Leipzigs Gastronomen proben für das Neujahrssingen
Nachrichten Kultur Vorfreude und Lampenfieber: Leipzigs Gastronomen proben für das Neujahrssingen
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16:09 30.12.2011
Jana Hiersemann und Roland Keimel vom Lokal "Hotel Seeblick" werden am Sonnabend (7.1.2012) beim Neujahrssingen den Song "Tainted Love" von Gloria Jones aufführen. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Wenige Tage vor der sechsten Ausgabe am Sonnabend steigt die Aufregung bei den Teilnehmern.

Gut ist es da, wenn man schon auf Bühnenerfahrung zurückgreifen kann – so wie Jana Hiersemann. Sie sang früher in einer Band in Leipzig und trat bereits 2009 beim Neujahrssingen auf. „Aber vielleicht ist es wie beim Radfahren – das verlernt man nicht“, sagt die 30-Jährige. Sie ist mit Roland Keimel Inhaberin des Lokals „Hotel Seeblick“ in der Südvorstadt.

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Am Sonnabend wird sie mit Keimel als Duett auf der Bühne stehen, unterstützt von drei weiteren Mitarbeiterinnen als Background-Tänzerinnen. „Wir singen ‚Tainted Love’, einer meiner Lieblingssongs“, sagt Hiersemann. Bekannt geworden ist der Titel in einer Synthie-Pop-Version in den Achtzigern, doch das Original ist 20 Jahre älter und stammt von Gloria Jones, einer amerikanischen Soul-Sängerin.

Als wäre es nicht schwierig genug, deren kraftvollen Gesang zu imitieren, studiert die Crew vom "Seeblick" auch einige Tanzschritte ein. „Leider gibt es kein Musikvideo, deshalb haben wir unsere eigene Bühnenshow entwickelt“, sagt Jana Hiersemann und stellt fest: „Ein bisschen rumhopsen kann ganz schön anstrengend sein.“

Ernüchternde Ergebnisse nach der ersten Tanzprobe

Inspirieren ließ sie sich von Auftritten ähnlicher Künstler wie den Supremes. Die Ergebnisse der ersten Probe waren allerdings ernüchternd. „Roland und ich dachten, unsere Bewegungen wären einigermaßen synchron – bis wir unsere Versuche auf einem Handyvideo sahen.“

Komplettiert wird die Sechzigerjahre-Optik durch entsprechende Textilien. Dies heißt in diesem Fall: Ein Paillettenkleid muss her, am besten goldfarben. „Kurz vor Silvester so etwas im Internet zu bekommen, ist gar nicht so einfach“, sagt die Gastronomin.

Claudius Bruns (l.) und Robert Herrmann vom Leipziger Club Horns Erben werden beim Neujahrssingen am 7. Januar 2012 in die Rolle von Take That schlüpfen. Quelle: Dirk Knofe

Claudius Bruns hat es da etwas leichter, zumindest was die Kleidung betrifft. Er wird mit den drei Betreibern des Clubs "Horns Erben" in der Südvorstadt als Take That auftreten. „Wir hatten erst an die Beatles gedacht, doch Take That bietet mit ihren Klischees einfach mehr Möglichkeiten für einen ironischen Touch“, begründet Bruns die Wahl.

Dass die Veranstaltung eher locker sei, helfe gegen das Lampenfieber, sagt Claudius Bruns. Er will beim Schmacht-Hit „Back For Good“ den Take-That-Sänger Gary Barlow geben. „Die anderen drei werden mit coolen Einwürfen und geschmeidigen Tänzen überzeugen“, blickt er voraus. Als Jazzpianist und Sänger der hauseigenen Horns Band kennt sich Bruhns mit der Bühne aus. Trotzdem wird er am Sonnabend auch Neuland betreten: Er muss sich schließlich eine Choreografie merken. „Zum Glück rennen die nicht die ganze Zeit hin und her. Das meiste ist nur Posing“, lästert er über die Boygroup aus Großbritannien.

Den Reiz des Neujahrssingens beschreibt der 36-Jährige so: „Es ist interessant, Menschen in Situationen zu sehen, in denen man sie sonst nicht zu sehen bekommt.“ Unter den Gastronomen und Clubbetreibern herrsche generell eine gute Atmosphäre. Dies kann Jana Hiersemann bestätigen: „Man sieht sich eher als Teil einer Vielfalt, weniger als Konkurrenz.“ Im Anker treffe sie deshalb auf viele bekannte Gesichter.

Neben den Teams vom "Horns Erben" und dem "Hotel Seeblick" stehen am Sonnabend ab 20 Uhr 13 weitere Gruppen auf der Bühne. Hauptsächlich sind es Gastronomen, aber auch die Leipziger Volkszeitung und der Kreuzer sind als Medienpartner vertreten. Begleitet werden alle Teilnehmer von einer professionellen Band und einem Backgroundchor. Alle Eintrittskarten waren lange vor der Veranstaltung vergriffen. Die Überschüsse aus den Einnahmen kommen der Initiative Leipziger Kulturpaten zugute.

Robert Berlin

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