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Kultur "Was bleibt, sind ihre Bilder": Leipziger Museum ehrt Pionierin der Fotografie
Nachrichten Kultur "Was bleibt, sind ihre Bilder": Leipziger Museum ehrt Pionierin der Fotografie
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15:13 30.10.2014
In der Elsterstraße 38 lebte und arbeitete Bertha Wehnert-Beckmann. Quelle: Stadtgeschichtliches Museum
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Leipzig

Die Stadt widmet sich pünktlich zum Jubiläumsjahr erstmals mit einer umfangreichen Ausstellung den Werken und dem Leben dieser Fotografin.

Im Jahr ihres 200. Geburtstages erinnert das Stadtgeschichtliche Museum an Bertha Wehnert-Beckmann. 1815 in Cottbus geboren, verschlug es sie nach kurzen Aufenthalten in Dresden und Prag 1843 in die Pleißestadt. Ihr erstes Atelier bezog sie in der Burgstraße.

„Eine wichtige Zäsur ihrer Arbeit war der Aufenthalt in den USA“, so Christoph Kaufmann. Als Kurator des Museums hat er sich intensiv mit den Werken der Leipziger Fotografin beschäftigt. In New York betrieb Wehnert-Beckmann ein erfolgreiches Atelier, portraitierte unter anderem den 13. Präsidenten Millard Fillmore oder den Gründer von Texas, Samuel Houston. „Nach einem Zwischenstopp bei der Weltausstellung in London kam sie 1851 mit neuen Fotografietechniken nach Leipzig zurück.“

Vorreiterin – gesellschaftlich und künstlerisch

Wehnert-Beckmann kaufte ein Grundstück von Karl Heine, erbaute in der Elsterstraße eine Stadtvilla. Sie wurde zur bedeutendsten Gesellschaftsfotografin der Zeit, portraitierte unter anderem den jungen Johannes Brahms. Nach ihrer Blütezeit in den 1850er und 1860er Jahren verstärkte sich die Konkurrenzsituation. 1881 gab Wehnert-Beckmann ihre Tätigkeit auf, verkaufte Haus und Atelier. Zuletzt lebte sie in einer Wohnung in der Waldstraße, bis sie 1901 starb. „Als erste Frau in einer Männerdomäne ist sie auch heute noch ein Symbol für die Modernität Leipzigs“, fasst Rodekamp zusammen.

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Doch nicht nur als eine der ersten selbstständigen Frauen, auch auf dem Feld der Fotografie war Wehnert-Beckmann eine Vorreiterin. „Obwohl Personenfotografie ihr Steckenpferd war, fertigte sie etwa Mitte der 1850er Jahre die ersten Architekturaufnahmen Leipzigs“, so Kaufmann. Zudem gelte sie als Urheberin der ersten Aktfotografien. Nicht alle Überlieferungen zu ihrem Leben sind eindeutig, es bestehen einige Lücken in Wehnert-Beckmanns Biografie, doch: „Was bleibt, sind ihre Bilder.“

Spannungsbogen der Fotografiegeschichte

Der Großteil ihres Nachlasses gehört dem Stadtgeschichtlichen Museum, mehr als 4300 fotografische Glasplatten zählen dazu. Die meisten dieser Überbleibsel werden erstmals in der Ausstellung 2015 gezeigt, ergänzt durch technische Exponate aus dem Münchner Stadtmuseum.

„Mit den digitalen Möglichkeiten sind wir heute am Ende der analogen Fotografie angekommen, deren Gründungsfrau Bertha Wehnert-Beckmann war. Diesen Spannungsbogen der Fotografiegeschichte wollen wir aufzeigen“, erklärt Rodekamp.

„Die Fotografin. Bertha Wehnert-Beckmann 1815 – 1901“ ist vom 25. Januar bis zum 26. April 2015 im Stadtgeschichtlichen Museum im Böttchergäßchen 3 zu sehen. Die Ausstellung wird gefördert durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Leipzig.

Josephine Heinze

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