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Kultur Wasserschaden an Gewandhaus-Gemälde - Experten beraten über Rettung von Gille-Bild
Nachrichten Kultur Wasserschaden an Gewandhaus-Gemälde - Experten beraten über Rettung von Gille-Bild
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08:30 06.03.2012
Das größte zeitgenössische Deckengemälde Europas im Leipziger Gewandhaus muss dringend saniert werden. Quelle: Volkmar Heinz
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Leipzig

Hässliche Schlieren verunzieren eine Ecke des Werkes „Gesang vom Leben“. An diesem Mittwoch treffen sich Vertreter der Stadt Leipzig und des Gewandhauses, um über ein mögliches Vorgehen zu beraten. Knackpunkt ist das Geld, wie der technische Leiter des Gewandhauses, Bernd Schöneich, sagte.

Ein Gutachten habe ergeben, dass eine komplette Überarbeitung des mehr als 30 Jahre alten Gemäldes 46 000 Euro kosten würde, berichtete Schöneich. Neben dem eingedrungenen Wasser haben auch Staub und UV-Licht dem imposanten Bild zugesetzt. Es ist etwas verblichen. Gille hatte das größte Deckengemälde Europas mit über 700 Quadratmetern und fast 32 Metern Höhe in Kunststoff-Dispersionstechnik erstellt.

Allerdings sei die Frage, ob diese Komplettreinigung wirklich nötig ist oder ob es nicht auch ausreicht, die Wasserspuren zu beseitigen. Das Gewandhaus gehört der Stadt Leipzig. „Wir wären schon froh, wenn wir zu dem Ergebnis kämen, dass es 2013 gemacht werden kann“, sagte Schöneich.

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Maler Gille (71) steht der vorgeschlagenen Reinigung des gesamten Gemäldes skeptisch gegenüber. „Für mich ist das relativ schwer vorzustellen. Ich habe sehr wenig Bindemittel verwendet. Das heißt, die Farbpigmente sitzen ziemlich oben. Wenn man das reinigt, habe ich die Befürchtung, dass etwas von dem Bild weggeschrubbt wird“, sagte Gille. Er sei aber bereit, sich mit der Gutachterin zusammenzusetzen. Man müsse an einer kleinen Stelle ausprobieren, wie sich eine Reinigung auswirkt.

Wichtig sei ihm vor allem, dass der Wasserschaden verschwindet, sagte Gille. „Ich hätte schon lange was gemacht, wenn ich die Gerüste dagehabt hätte. Mir geht es nicht ums Geld oder die Honorierung, sondern darum, dass es schnell ausgebessert wird.“ So lange er körperlich dazu in der Lage sei, stehe er für die Arbeiten zur Verfügung. Der in Eilenburg geborene Künstler wünscht sich, dass darüber nachgedacht wird, das Glas der riesigen Fensterfront eventuell mit UV-Folien „abzudichten“, um so die Dauerbestrahlung mit Tageslicht deutlich zu reduzieren.

Für den „Gesang vom Leben“ hatte sich Gille, ein Vertreter der Malerei der Leipziger Schule, von der Musik des Komponisten Gustav Mahler inspirieren lassen, insbesondere von dessen symphonischer Komposition „Lied von der Erde“. Er malte ein Jahr an seinem Werk, das sich über mehrere Ebenen des Gewandhauses erstreckt.

vhz/dpa

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