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Kultur Weltgeschichte in Wittenberg
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13:25 02.10.2016
Blicken nach oben: Bundespräsident Joachim Gauck, Daniela Schadt und Heinrich Bedford-Strohm (Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche) betrachten das Bauwerk von außen. Quelle: imago
Wittenberg

Bundespräsident Joachim Gauck hat die Wiedereröffnung der restaurierten Schlosskirche in Wittenberg als bedeutenden Tag für die Lutherstadt gewürdigt. Die Kirche könne nun kurz vor Beginn der Feiern zum 500. Reformationsjubiläum, „wenn aus aller Welt nicht nur die Kirchen der Reformation hierher schauen werden“, wieder in Gebrauch genommen werden, erklärte Gauck zum Festgottesdienst in Wittenberg. Dabei dankte der Bundespräsident in Anwesenheit der dänischen Königin Margrethe II. auch den Bauleuten für die Renovierung der 1503 eingeweihten Kirche.

Verstehen sich prächtig: Königin Margrethe II.und Bundespräsident Gauck. Quelle: dpa

An die Tür der Wittenberger Schlosskirche soll der Reformator Martin Luther (1483-1546) am 31. Oktober 1517 seine kirchenkritischen 95 Thesen angeschlagen haben. Das gilt als ein zentraler Ausgangspunkt der weltweiten Reformationsbewegung. In der Schlosskirche, die seit 1997 zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, befindet sich auch Luthers Grabstätte.

Königin Margrethe II. wird Baumpatin

Die Thesentür der Schlosskirche erinnere „an das unscheinbare Ereignis einer akademischen Disputation, das Weltgeschichte ausgelöst hat“, betonte der evangelische Theologe Gauck.

Zum Festgottesdienst ist die Schlosskirche sehr gut besucht. Quelle: epd

Derweil ist die dänische Königin Margrethe II. mit einer symbolischen Baumpflanzung Patin für eine Blumenesche im Luthergarten in Wittenberg geworden. Es sei die 338. Pflanzung im Luthergarten, einem internationalen ökumenischen Projekt des Lutherischen Weltbundes (LWB), berichtete ein Sprecher mit. Die Monarchin ist Oberhaupt der evangelisch-lutherischen Volkskirche in Dänemark. Zuvor hatte sie am Gottesdienst zur feierlichen Wiedereröffnung der Schlosskirche teilgenommen und hinterließ als Geschenk für das Gotteshaus einen selbst bestickten roten Altarbehang.

Beeindruckendes Bauwerk: Die Schlosskirche in Wittenberg. Quelle: imago

Insgesamt sollen 2017 zum 500. Reformationsjubiläum im Luthergarten 500 Bäume wachsen, die von Kirchen unterschiedlicher Konfession aus der ganzen Welt gepflanzt werden. Sie sollen „als Zeichen der Solidarität, der Verbundenheit und der Versöhnung der Kirchen weltweit“ dienen, sagte der Architekt des Luthergartens, Andreas Kipar.

Die Schlosskirche

An die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg soll der Reformator Martin Luther der Überlieferung zufolge 1517 seine 95 Thesen angeschlagen haben, die die Welt veränderten. Das Schloss wurde 1490 bis 1511 unter Kurfürst Friedrich dem Weisen erbaut.

Die Schlosskirche diente von 1507 an auch als Universitätskirche. Der Tag des Thesenanschlags gegen den Ablasshandel, der 31. Oktober 1517, gilt als Beginn der Reformation. In deren Folge entstand die evangelische Kirche.

Die Schlosskirche gehört seit 1997 zu den Unesco-Welterbestätten. Luther (1483-1546) und sein Weggefährte Philipp Melanchthon (1497-1560) haben dort ihre letzte Ruhestätte. Die originale, hölzerne Thesentür ist nicht mehr erhalten. Sie ging bei einem Brand 1760 verloren und wurde später durch eine aus Bronze ersetzt.

Zum Reformationsjubiläum 2017 ist die Schlosskirche umfassend restauriert worden. Knapp acht Millionen Euro wurden nach Angaben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) investiert. Seit Mai steht die Schlosskirche wieder Besuchern offen.

Von RND/epd/dpa

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