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Wett-Rappen beim Splash-Festival - Leipziger Freestyler zieht es auf die große Bühne

Wett-Rappen beim Splash-Festival - Leipziger Freestyler zieht es auf die große Bühne

Dieser Titel garantierte einen Auftritt beim Campusfest. Nun ist der in Erfurt geborene Jimmi Vau sogar auf der ganz großen Bühne zu sehen: Da er sich bei dem lokalen Vorausscheid des Wettbewerbs End Of the Weak im Conne Island unter anderem gegen

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Jimmi Vau alias Martin Bressa auf dem Augustusplatz.

Quelle: youtube

Leipzig/Gräfenhainichen. Dieser Titel garantierte einen Auftritt beim Campusfest. Nun ist der in Erfurt geborene Jimmi Vau sogar auf der ganz großen Bühne zu sehen: Da er sich bei dem lokalen Vorausscheid des Wettbewerbs End Of the Weak im Conne Island unter anderem gegen seine Obskuriosen-Kollegen Jahmica und Thompson durchsetzen konnte, kämpft er morgen auf dem Splash-Festival gegen neun Rapper aus ganz Deutschland um einen der fünf Plätze für das Finale dieses Contests, das im August in Berlin ausgetragen wird.

Das 2000 in New York initiierte End Of the Weak ist ein Wettstreit, der Ableger in mehr als einem Dutzend Ländern besitzt. Bei ihm messen sich Teilnehmer im Freestyle, also "dem improvisierten Reimen auf dem Takt", wie Jimmi Vau erklärt: "In dem Moment, in dem ich rappe, denke ich mir beim Freestylen die Zeilen aus. Es ist teilweise wie ein Trancezustand und erfordert Spontaneität, Geistesgegenwart und ein hohes Maß an Training". Anders als in Freestyle-Battles, bei denen sich Kontrahenten zumeist einen eher scharfzüngigen als scharfsinnigen Zweikampf liefern, indem sie den Gegner durch verbale Tiefschläge erniedrigen, sehen die Regularien beim End Of the Weak ein sprachliches Kräftemessen oberhalb der Gürtellinie vor: "Wenn permanent Kraftausdrücke fallen und es menschenunwürdige Beleidigungen gibt, schreiten wir ein", stellt ZuluBorke klar, einer der Organisatoren des deutschen Wettbewerbs. "Bei uns musst du zeigen, dass du mehr auf dem Kasten hast als plumpes Gebattle".

Die Freestyle-Qualitäten werden in fünf Disziplinen überprüft. Bei "Grab the Bag" sollen sie beispielsweise Gegenstände aus einem Beutel ziehen und aus dem Stegreif etwas über sie reimen. In der Kategorie "MC versus DJ" müssen sich die Teilnehmer auf abrupt wechselnde Beats unterschiedlicher Geschwindigkeit einstellen, ohne bei der Darbietung ihrer ad hoc verfassten Verse aus dem Konzept zu geraten. Anhand der Kriterien Lyrik, Bühnenpräsenz, Vortrag und Kreativität werden von einer Jury Punkte an die sprachlichen Improvisationskünstler vergeben.

Auch die Publikumsreaktion wird berücksichtigt - doch sie ist beim End Of the Weak im Gegensatz zu vielen anderen Freestyle-Wettbewerben nicht die alleinige Bewertungsgrundlage. Diesem Umstand verdankt der Contest auch seinen Namen, der übersetzt so viel wie "das Ende der Schwachen" bedeutet: Das verhältnismäßig objektive Punktesystem ist ZuluBorke zufolge von den Begründern ersonnen worden, um zu verhindern, dass statt der Besten "immer die gewinnen, die die meisten Leute mitbringen".

Für Splash-Pressesprecher Julian Gupta war jedoch ein anderer Aspekt des End Of the Weak ausschlaggebend, als er 2009 bei einer Veranstaltung in Berlin auf diesen Wettbewerb aufmerksam wurde und die Idee hatte, mit ihm das Programm des Hiphop-Open Airs zu erweitern: "Das Splash soll nicht nur ein Festival sein, wo ich einen Künstler, der bereits an einem bestimmten Punkt seiner Karriere angekommen ist, auf der Bühne sehe. Man muss als Zuschauer auch etwas entdecken können. Es gibt viele MCs, die sich mal beim End Of the Weak beteiligt haben und nun beim Splash als reguläre Künstler dabei sind - wie Chefket in diesem Jahr. Das macht es so spannend für uns".

Nicht nur aufgrund der Reputation des Wettbewerbs, ein Sprungbrett für aufstrebende Talente zu sein, fühlt sich Jimmi Vau geehrt, beim letzten Ausscheid vor dem deutschen Finale "auf einer Splash-Bühne zu stehen und Leipzig vertreten zu dürfen". Der Rapper gibt dennoch auch unumwunden zu, dass er "lieber mit meinem Kollektiv dabei wäre, um ein paar Songs von uns zu zeigen". Insbesondere, da man bereits mehrere neue Stücke geschrieben habe, die sowohl auf dem Solodebütalbum Jahmicas, als auch auf dem ersten Langspieler des gemeinsamen Projekts mit den Obskuriosen Verwendung finden sollen.

Durch eine überzeugende Freestyle-Darbietung am Samstagnachmittag könnte Jimmi Vau ja möglicherweise seinen Bekanntheitsgrad steigern und somit auch dem Traum von einem Splash-Auftritt mit seiner gesamten Band einen Schritt näher kommen.

Alles zum Splash-Festival: Freitag bis Sonntag in Ferropolis bei Gräfenhainichen mit Stars wie Marteria, Blumentopf und Casper. End of the Weak: Freitag, ab 15.15 Uhr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.07.2013

Conrad Pohlmann

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