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Wissenschaftler finden rare Fischleimpause in Dresden

Wissenschaftler finden rare Fischleimpause in Dresden

Jahrhundertelang verborgene Seltenheit im Depot: Wissenschaftler haben bei der Aufarbeitung des umfangreichen Bestandes niederländischer Zeichnungen des 16. Jahrhunderts im Dresdner Kupferstich-Kabinett eine absolute Rarität entdeckt.

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Das Handout des Kupferstichkabinetts Dresden zeigt eine der Raritäten.

Quelle: Kupferstichkabinett Dresden

Dresden. „Dabei handelt es sich um eine sogenannte Fischleimpause, von der es bisher weltweit nur ein erhaltenes Exemplar in Basel gab", sagte Kunsthistoriker Tobias Pfeifer-Helke der Nachrichtenagentur dpa. Das dem heutigen Transparentpapier ähnliche Material wurde zur Übertragung von Motiven auf Gemälde verwendet.

Zur Herstellung der Pause wurde Fischleim ausgekocht. „Dann strich man die gelatineartige Lösung dünn auf glatter Unterlage aus und ließ sie trocknen", erläuterte der wissenschaftliche Mitarbeiter des Kabinetts. „Danach konnten Motive aus Kupferstichen oder Zeichnungen abgepaust, ausgeschnitten, auf die Grundierung von Gemälden gelegt und übermalt werden." Daher seien Fischleimpausen eine Rarität. „Unsere ist nur noch ein etwa zehn mal sieben Zentimeter kleiner Rest, der bisher unbeachtet in den Beständen lag, mit typisch niederländischen Motiven wie Burgen, Häusern und Bäumen."

Das „Minifitzelchen" werde ein Highlight der Ausstellung „Zeichnen im Zeitalter Bruegels" (4. November bis 22. Januar 2012). Ein Film zeige die von Papierrestauratoren nachgemachte Herstellung von Fischleimpausen nach alter Rezeptur. Die Schau ist Ergebnis eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts zur Typologie der Zeichnung des 16. Jahrhunderts. Sie zeigt rund 100 Meistwerke wie den sogenannten Gänsehirt Pieter Bruegel d.Ä., Landschaften von Roelant Savery, Arbeiten von Frans Floris oder Hendrik Goltzius, Jan de Beer und anderen Künstlern, sagte Kurator Pfeifer-Helke.

„Darunter sind ganz frühe Rötelstudien, Zeichnungen mit rotem breitkörnigem Kreidestift auf Papier." Studien von Insekten, die im 16. Jahrhundert erstmals als eigenes Sujet erkannt wurden, Löwen oder Fischköpfen werden ebenso gezeigt wie Landschaften. Anhand der 750 Dresdner Blätter wurde eine Typologie der niederländischen Zeichnung des 16. Jahrhunderts entwickelt. Sie wurden dafür restauratorisch bearbeitet, Farbmittel bestimmt und Wasserzeichen aufgenommen. Die in drei Jahren erstellte und mit der Ausstellung erscheinende Typologie sei daher ein Standardwerk für das Genre. „Sie gibt erstmals einen Überblick über die niederländische Zeichnung dieser Zeit."

dpa

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