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Kultur "Zu viel Information": Annett Louisan mit Band und neuem Album im Gewandhaus
Nachrichten Kultur "Zu viel Information": Annett Louisan mit Band und neuem Album im Gewandhaus
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15:04 13.05.2014
Mehr als nur Kindfrau: Annett Louisan im Gewandhaus. Quelle: André Kempner

Am Montagabend verrät die Sängerin jedoch schon im ersten Titel "Herrenabend", dass viel mehr in ihr steckt als eine Kindfrau: Spitzbübisch blitzen ihre Augen in den voll besetzten großen Saal des Gewandhauses.

Frech und witzig ist der Text zum "Herrenabend". Zu finden ist der Titel auf Louisans aktuellem Album "Zu viel Information", auf dem sich die Künstlerin mit der prägnanten Stimme einmal mehr treu bleibt. So gibt es da freche Lieder eben sowie einfühlsame, hintergründige Balladen. Und etliche davon stellen Louisan und ihre Band dem Leipziger Publikum live vor.

In "Das Nichtgesagte" klingt viel zwischen den Zeilen, und "Dein Ding" im Country-Stil hat das Zeug zum neuen Dauerbrenner. Berührend wird es mit dem schmachtenden Cello in "Dann sag' ich es ihr halt" oder in "Du fehlst mir so", "Das Rezept" und in "Besonders" - ein für Louisan "sehr persönliches Lied".

Ihre Titel verbindet sie mit knappen, zuweilen frivolen Ansagen, und auch mit Bewegungen auf der Bühne geht sie äußerst sparsam um. Doch das scheint zu reichen: Das Publikum liebt sie so, wie sie am Mikro steht oder auf Tuchfühlung geht, wenn sie durchs Parkett wandelt. Gerne hört man ihre Stimme, die so zart und gefühlvoll sein kann, nachdenklich oder munter und keck.

Das Mitklatschen klappt schon bei "Eve", dem Hit aus dem Album "Unausgesprochen" von 2005, und dann immer wieder und immer wieder gern. Zum Mitsingen muss auch niemand im Saal überredet werden: Schnell lernt das Publikum seine Zeile im Titelsong des neuen Albums "Zu viel Information", und textsicher tönt es von den Sitzreihen bei älteren Titeln wie "Unausgesprochen", "Drück die 1" oder "Das alles wär nie passiert", der hier mit den fabelhaften Band-Jungs und deren karibischem Hüftschwung vor der Pause für Jubel sorgt.

Den zweiten Konzertteil eröffnet "Stars": Nimmt dieser Titel schon beim Hören der CD gefangen, wird er nun mit dem auf der Leinwand projizierten Video in Charlie-Chaplin-Manier samt Live-Musik des großartigen Tobias Neumann am Flügel zum kleinen Gesamtkunstwerk. Später werden Louisans neue und ältere Titel wie "Ey na du", "Papillon" oder "Fettnäpfchenwetthüpfen" ebenso gefeiert wie ihre grandiose Cover-Version von Chris Isaaks "Wicked Game".

Klar, dass die Fangemeinschaft ihre Heldin nach zwei Stunden noch nicht gehen lassen will: Die vier Zugaben ("Die Dinge", "Torsten Schmidt", "Das Spiel" und Charles Aznavours "Spiel Zigeuner" als temperamentvoller Rausschmeißer) werden nach den ersten Standing Ovations vom begeisterten Publikum gleich im Stehen gehört, beschunkelt, betanzt und bejubelt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.05.2014

Hendrich, Birgit

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