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Kultur Zwei Ossis auf großer Reise - Der Film Friendship
Nachrichten Kultur Zwei Ossis auf großer Reise - Der Film Friendship
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11:56 13.01.2010

Das erzählt er zumindest seinem besten Freund Tom (Matthias Schweighöfer). Der ist prompt dabei. Dass Veit eigentlich nur seinen Vater suchen will, der in die USA ausgewandert ist und ihm jedes Jahr zum Geburtstag eine Postkarte aus San Francisco schickt, verschweigt er erst einmal. Am Donnerstag startet der Film "Friendship!" auch in den Leipziger Kinos.

Regisseur Markus Goller schickt in seinem neuen Streifen zwei Freunde auf große Reise: Eine irrwitzige Fahrt quer durch Amerika ist das Resultat von Veits Plans, der übrigens auf einer wahren Begebenheit beruht.

In dreieinhalb Wochen ist Veits Geburtstag, dann möchte er vor dem Postamt in San Francisco auf seinen Vater warten. Die beiden Ossis kommen im eisig kalten New York an. Ein paar Brocken Englisch können sie immerhin. Das reicht, um der Security am Flughafen zu erklären, dass sie keine Nazis sondern „friendly communists“ sind, was eine längere Leibesvisitation nach sich zieht. Sie wissen auch, dass der sozialistische Gruß auf Englisch „Friendship!“ heißt. Für den Rest haben sie ein Vokabelheft dabei, das leider nicht immer hilft...

Es ist 1989, die Mauer fällt, alle Menschen jubeln und schunkeln zu David Hasselhoffs Musik. Veit (Friedrich Mücke) ist sich sicher: Vom Begrüßungsgeld geht es ab nach Amerika, nach San Francisco, dem westlichsten Punkt der Welt. Das erzählt er zumindest seinem besten Freund Tom (Matthias Schweighöfer). Am Donnerstag startet der Film "Friendship!" auch in den Leipziger Kinos.
Nachdem der erste Kulturschock im Big Apple überwunden ist, stellen die Ossis fest, dass sie noch mehr als 3000 Meilen vor der Brust haben. Kein Pappenstil, denn die 55 Dollar der Kumpels reichen gerade einmal für ein Busticket ins nahe gelegene New Jersey.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten schaffen sie es, mit pfiffigen Ideen wie Videoabenden mit selbstgedrehten Super-8-Filmen aus der DDR oder als „zertifizierte“ Mauersteinverkäufer und aus der Not heraus auch als Stripper, hier und da ein paar Dollars aufzutreiben, um die Reise am Laufen zu halten.

Markus Goller gelingt mit „Friendship!“ ein herrlich undeutscher Film. Das Roadmovie nach bestem amerikanischem Vorbild lebt vor allem von seinen Hauptdarstellern, die völlig in ihrer Rolle aufgehen. Mücke und Schweighöfer nimmt man die verwunderten Blicke und gestammelten Sätze einhundertprozerntig ab. Der Sprachmix aus Deutsch und holprigem und rudimentären Englisch geht perfekt auf und wurde glücklicherweise nicht kaputtsynchronisiert sondern untertitelt. Gut ist auch, dass „Friendship!“ letzten Endes kein albernes Bild dummer Ossis in der großen weiten Welt zeichnet, sondern die Geschichte einer großen Freundschaft erzählt. Auch das gibt es selten: einen deutschen „Buddy Movie“.

(Friendship, Deutschland 2009, 108 Minuten, FSK:ab 6 Jahren von Markus Goller, mit Friedrich Mücke, Mattias Schweighöfer, Alicja Bachleda)

Holger Günther

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