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Zwei im Ring: Ungewöhnliches Piano-Duell beim "Klassik Battle" im Leipziger Werk 2

Zwei im Ring: Ungewöhnliches Piano-Duell beim "Klassik Battle" im Leipziger Werk 2

Die Handschuhe zieht sie seit 2006 an: Die renommierte Pianistin Ming (37) forderte regelmäßig andere Tasten-Virtuosen zu ungewöhnlichen Duellen heraus, um auf unterhaltsame und spannende Art klassische Musik aus ihrem konservativen Umfeld zu holen.

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Ming und Marcus Horndt sind gerüstet: Sie steigen am Samstag in den Ring für ein Piano-Duell.

Quelle: PR

Leipzig. In Leipzig nun tritt sie am Samstag, 24. Mai, gegen Komponist Marcus Horndt (34) im Werk 2 an. Direkt danach entscheidet die Jury, in der unter anderem Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel sitzt über Sieg und Niederlage. Außerdem gehen das Publikumsvoting und die Ergebnisse einer Dezibelmessung mit in die Gesamtwertung ein.

Die Show sollte bereits am 29. März stattfinden, wurde aber wegen Krankheit der Pianistin verschoben. Nun ist sie jedoch bereit in den Ring gegen Pianist und Produzent Marcus Horndt zu treten und zu zeigen, wer die Handschuhe an hat – es wird ein Kampf über zehn Runden. Wir sprachen mit den Duellanten.

LVZ:

Ming, du hast sehr früh mit klassischer Musik begonnen, wie genau hast du diese und deine Affinität dazu entdeckt?

Ming:

Wir hatten zu Hause ein Klavier, ich habe oft versucht, die Melodien meiner großen Schwester nachzuspielen, dafür habe ich häufig eins auf den Deckel bekommen. Aber mit sieben Jahren hatte ich schon meinen ersten Wettbewerb, denn mir fiel das Musikmachen sehr leicht.

Deine Karriere ist keineswegs geradlinig verlaufen - du bist früh deinen eigenen Weg gegangen...

Ming: Ich bin mit 13 ausgerissen, und das war wohl das Schlimmste, was ich meiner Familie antun konnte. Ich hatte keine Lust mehr, immer nur Musik zu machen. Während andere Kinder Schlittschuhe gefahren oder ins Kino gegangen sind, musste ich sechs bis acht Stunden am Tag üben. Eigentlich wollte ich nur für ein paar Tage nach München ausbüchsen und dann heimkehren, doch inzwischen gab es eine bundesweite Suchaktion, weil man ein Verbrechen vermutete - im Zug wurde ich geschnappt. Nach der Schule bin ich nach Rostock, dann in die Schweiz und habe erst mal mit der Klassik gebrochen. Ich wollte nicht diese fremden Werke von jemandem spielen, das ist nicht mein Charakter.

Findet man die Verarbeitung dessen in deiner Musik wieder?

Ming: Ich glaube nicht, dafür bin ich eigentlich viel zu fröhlich und gar nicht so psychomäßig drauf.

Marcus, wie hast du die klassische Musik für dich entdeckt?

Marcus Horndt: Ich habe in der Schule damit angefangen, aber mir war von Anfang an klar, dass ich nicht in der Klassik hängenbleiben werde. Mir war das alles viel zu eng. Ich habe schon früh angefangen meine eigenen Sachen zu schreiben und dabei auch den Jazz für mich entdeckt.

Wie kam die Idee zu diesem außergewöhnlichen Box-Projekt?

Ming: Mir fiel per Zufall ein Beitrag über Schach-Boxen in die Hände. Die sitzen am Brett und machen zwei Züge, und dann boxen sie, immer abwechselnd. Ich habe diese Idee auf Pianisten im Boxring übertragen. Das ist ein Wettkampf, aber nicht so bierernst und trotzdem auf einem hohen Niveau. Die Atmosphäre ist viel lockerer. Das ist eigentlich das, was ich will.

Welche Wettbewerbsdisziplinen stehen an am Samstag?

Ming: Es gibt Kür und Pflicht im Wechsel. Runde eins ist zum Beispiel Filmmusik. Dann gibt es auch Sportrunden, da geht es darum, wer die Taste am lautesten oder leisesten anschlagen kann. Zudem gibt es noch Improvisation mit verbundenen Augen. Insgesamt sind es zweieinhalb Stunden Klassik.

Welches Publikum erhofft ihr euch?

Ming: Clubgänger, junge Leute, Kulturinteressierte, auch viele aus der Klassikszene.

Wie bringst du klassische Größen dazu, in den Ring zu steigen?

Ming: Das ist sehr schwer, viele Pianisten trauen sich nicht, sind keine Rampensäue. Beim Klassik-Battle sitzt du in deiner Ring-Ecke, der Scheinwerfer ist auf dich gerichtet. Ich finde an Marcus toll, dass er alles mitmacht.

Marcus, wie bist du an dieser Stelle ins Spiel gekommen?

Horndt: Ming hat mich angerufen. Ich habe keine Angst vor dem Rampenlicht, deswegen bin ich ja Musiker geworden. Klar bin ich aufgeregt, aber das ist der Kick.

Wie hoch schätzt du deine Chancen für einen Sieg ein?

Horndt: Ich will gewinnen, das steht außer Frage. Ming hat schon oft gesiegt, aber das muss sich ja mal ändern.

Ming, wer wäre dein Traumgegner im Duell?

Ming: Ich würde in einem Youtube-Aufruf gern den Asiaten Lang-Lang auffordern. Zwei Asiaten im Battle, das wäre doch mal was. Und Simon Rattle, der Chefdirigent bei den Berliner Philharmonikern, würde mich begeistern.

Ming, warum verrätst du der Presse nie deinen bürgerlichen Namen?

Ming: Den kann ich dir ausnahmsweise geben: Silvia Yi.

Klassik-Battle am Samstag, 24. Mai, im Werk 2 um 20 Uhr. Die Tickets vom 29. März sind weiterhin gültig. Mehr auf den Seiten www.ming-music.com, www.marcushorndt.de.

Lena-Marie Lübker / Olivia Jasmin Czok

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