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Zweite Runde mit Hanswurst - Schauspiel Leipzig mit deutlichem Besucherplus

Zweite Runde mit Hanswurst - Schauspiel Leipzig mit deutlichem Besucherplus

Bilanz und Ausblick: Das Schauspiel Leipzig verzeichnet ein deutliches Besucherplus und stellt in der kommenden Saison den Wendeherbst in den künstlerischen Fokus - mit Heiner Müller, Brecht und Shakespeare oder dem Performance-Kollektiv She She Pop.

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Enrico Lübbe zieht eine positive Bilanz der Spielzeit.

Quelle: Rolf Arnold

Leipzig. Es geht auch um Äpfel und Birnen. Enrico Lübbe, Intendant des Schauspiels Leipzig, sprach davon bei der gestrigen Spielzeit-Pressekonferenz. Obst also, das immer dann genannt wird, wenn klar gemacht werden soll, dass es Dinge gibt, die schwer zu vergleichen sind. In diesem Fall die Auslastung. Die entsprechende Zahl bringt Lübbe gar nicht erst mit, weil die Spielzeit noch läuft und unklar ist, wie Vergleiche gezogen werden können zum Vorjahr, als der Saal zum Schluss in eine nur noch 200 Leute fassende Arena verwandelt wurde.

Dafür geizt das Schauspiel nicht mit absoluten Zahlen. Bis gestern einschließlich Vorverkauf: 102 805 verkaufte Karten. "Und wir haben noch einen Monat", betont Lübbe. In der gesamten vorherigen Saison waren es knapp 20 000 Besucher weniger. Ein Unterschied, der auch durch das straffe Programm mit 30 Premieren in Lübbes erster Spielzeit und mehr Vorstellungen als in der Vorsaison begründet ist.

Lässt man die Gastspiele außen vor, schaut nur auf die Rubrik "eigene Vorstellungen im eigenen Haus", dann bleiben fast 84 000 Zuschauer. Lübbe: "Solch eine Zahl gab es nicht in den letzten Jahren." Auch der Vorwurf, das junge, unter Hartmann gewonnene Publikum bleibe aus, wird statistisch entkräftet. Rund 2000 Schüler- und Studentenkarten wurden mehr abgesetzt. Ein bisschen mag das diesjährige Abiturthema nachgeholfen haben: In "Antigone" wurden komplette Jahrgangsstufen gesichtet. Allgemeine Publikumsmagneten sind vor allem die "Dreigroschenoper", "Nipple Jesus" und sämtliche Hinterbühnen-Produktionen.

Nicht nur mit Zahlenspielen zieht das Haus eine positive Bilanz. Lübbe verweist auf die Wettbewerbs-Einladungen, etwa von "Und dann". Der Autor Wolfram Höll wurde am Wochenende mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet. Der Schwerpunkt neue Dramatik soll auch in der kommenden Spielzeit mit fünf Uraufführungen auf der Zweitbühne "Diskothek" eine wichtige Rolle spielen. Genutzt wird dafür weiterhin die Probenbühne unter dem Dach. Der geplante Umbau der jetzigen "Baustelle" zur "Diskothek" liegt auf Eis. Noch hat der Stadtrat über das Fünf-Millionen-Projekt nicht entschieden.

Eine weitere Uraufführung, "Zeiten des Aufruhrs", wird Lübbe im großen Saal inszenieren. Erstmals darf Richard Yates' "Revolutionary Road" für die Bühne adaptiert werden. Ein trauriges Stück über die Schattenseiten des amerikanischen Traums. Der Titel "Zeiten des Aufruhrs" dient auch als Motto der kommenden, 21 Premieren umfassenden Spielzeit und verweist auf den Wendeherbst 1989. Shakespeares "Hamlet" zur Spielzeiteröffnung am 2. Oktober und Heiner Müllers "Wolokolamsker Chaussee I-IV", die vor 25 Jahren während der friedlichen Revolution gespielt wurden, werden neu inszeniert. Das Performance-Kollektiv She She Pop forscht ebenfalls zum Thema und stellt mit der Produktion "Schubladen" Erfahrungen aus Ost und West gegenüber.

Die Ersterwähnung Leipzigs vor 1000 Jahren und damit die Stadtgeschichte bildet den zweiten Schwerpunkt. Der Leipziger Regisseur Volker Insel lässt kommenden Sommer im Gohliser Schlösschen den Hanswurst zurückkehren, der angeblich im 18. Jahrhundert in Leipzig von der Bühne verbannt wurde. Und Brechts "Baal", 1923 im Alten Theater in Leipzig uraufgeführt, wird von Nuran David Calis, der in Leipzig schon "Lulu" zeigte, neu inszeniert.

Kontinuität zeichnet sich auch bei den Gastspielen ab. Herbert Fritsch zeigt mit der Berliner Volksbühne seine Oper "Ohne Titel Nr. 1". Und das Schauspielhaus Zürich bringt dieses Mal "Amphitryon und sein Doppelgänger" mit.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.06.2014

Dimo Riess

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