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Kultur Zwischen Kauz und Kinderschreck
Nachrichten Kultur Zwischen Kauz und Kinderschreck
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07:00 02.11.2017
Auf sie kommt’s an: Hexe Lilli (Hedda Erlebach) mit Drache Hektor. Quelle: Foto: Universum
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Hannover

Gut sechs Wochen vor der großen Bescherung schickt sich Nachwuchshexe Lilli in ihrem dritten Kinoeinsatz seit 2009 schon mal an, Weinachten zu retten. Dabei hat Knisters Kinderbuchheldin das Unheil selbst heraufbeschworen. weil Lilli (neu: Hedda Erlebach) war mal wieder schwer genervt von ihrem kleinen Bruder. Um ihm eine Lektion zu erteilen, zaubert sie der ausdrücklichen Warnung ihres Minidrachens Hektor (Stimme wie gehabt: Michael Mittermaier) zum Trotz Knecht Ruprecht (Jürgen Vogel) herbei. Der Kumpel vom Nikolaus schmorte freilich gerade noch in einem mittelalterlichen Verlies. Völlig aus der Zeit gefallen, ist er arg orientierungslos, redet und verhält sich seltsam – und erntet für seine Moralpredigten nur Spott. Daraufhin beginnt er ganz unpädagogisch, Kinder verschwinden zu lassen. Es droht ein trauriges Weihnachten, Lilli muss handeln. Dazu gehört ein Trip in die Vergangenheit.

Jürgen Vogel mit Zotteperücke

Der Kinderfilm-erfahrene Wolfgang Groos („Rico, Oskar und das Herzgebreche“, Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“) zaubert eindrucksvolle Bilder auf die Leinwand. Die Schauwerte stimmen. Zu denen zählt auch Knecht Ruprecht, der darüber hinaus als vielschichtige Figur angelegt ist. Einst vom Nikolaus zum Guten bekehrt, fällt er in seiner Einsamkeit und seinem Unverstandensein allmählich in alte Verhaltensmuster zurück. Jürgen Vogel spielt ihn schön ambivalent zwischen komischem Kauz und Kinderschreck – und gibt mit seiner Zottelperücke zumindest optisch schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf seinen Ötzi-Auftritt im Urzeit-Drama „Der Mann aus dem Eis“.

Allerdings muss man aufpassen, um der bisweilen etwas verwirrenden Geschichte folgen zu können. Und längst nicht alle Kinderdarsteller sind so versiert wie Hedda Erlebach, die die Titelrolle von Alina Freund übernommen hat. Bei nicht wenigen klingen die Worte wie vom Blatt abgelesen.

Von Jörg Brandes / RND

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