Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Kultur
Nachrichten Kultur
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:49 11.05.2014
Leipzig

Das gut zweistündige Programm "Voices No Limits" steckt voller mitreißender wie berührender Titel in feinsinnigen Arrangements. Die "Stimmen ohne Grenzen" nebst grandioser Improvisationsgabe tragen die zwei Damen und zwei Herren in sich. Damit haben sie das beste Rüstzeug, um alle (technischen) Hürden zu überwinden. Denn mit dem Ton will es nicht hinhauen: Was bei den Zuhörern übersteuert ankommt, fehlt den Sängerinnen und Sängern im Ohrknopf. Mehrmals müssen sie abbrechen und bitten um mehr Lautstärke, um sich selbst hören zu können. Dass sie einen makellos intonierten Satzgesang hinbekommen, hört man am besten im Piano.

Immer wieder sucht Ensembleleiter Yuri Smirnov (Bass, Bariton) nach Worten für seine englischen Moderationen. Der Stimmung im proppenvollen Saal tut das keinen Abbruch. Wenn es an der Sprache hapert, übernimmt die Musik. Gerne klatschen und singen die Zuhörer mit, feiern und bejubeln jeden Titel der Vokalformation, die nicht nur coolen Jazz singt, sondern sich nach eigenem Bekunden allem Großartigen widmet, ohne dies in Schubladen zu pressen.

Also geht es los mit Irving Berlins "Cheek to Cheek", folgen "Summertime" und "Bei mir bist du shein", bevor "Anitras Tanz" aus Griegs "Peer Gynt" in einer allerliebsten A-cappella-Version genauso wie später der "Tanz der Zuckerfee" aus Tschaikowskis "Nussknacker" bezirzt. Herrlich gelingt Michael Jacksons "Billy Jean" in diversen Musikstilen - das Leipziger Publikum ist besonders von der Rammstein-Variation angetan.

Im Ensemble sind die Vier phantastisch, und Soli wie in "Con te partirò", in dem Khristina Zayfidi mit ihrem hellen Sopran betört, oder in "Virtual Insanity" mit Natalia Afanasievas rauchig-warmem Alt setzen dem Ganzen Sahnehäubchen auf. Das Arrangement des russischen Volkslieds "Otschi tschornyje" ("Schwarze Augen") hat so gar nichts von Ivan Rebroff, dafür ganz viel von Jazz - und cool und jazzig wird es schließlich mit virtuosen Improvisationen und hinreißender Choreographie in Duke Ellingtons "Caravan" sowie dem James-Brown-Titel "I Got You", der in ausgelassener Mitmach-Feier-Stimmung leider schon das Finale einläutet. Begeisterter Applaus - und Schluss.

A-cappella-Festival heute: 20 Uhr, Der unvergleichliche Bobby McFerrin gibt um 20 Uhr einen Solo-Abend im Gewandhaus, wegen der geöffneten Orgelempore gibt's an der Abendkasse wieder Restkarten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.05.2014

Hendrich Birgit

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Runde 40 Jahre ist es her, dass an der Musikalischen Komödie Richard Heubergers (1869-1914) Operette "Der Opernball" zum letzten Male Premiere feierte; Zeitzeugen erinnern sich, dass der Produktion kein allzu großer Erfolg beschieden war.

11.05.2014

Für eine Überraschung sind sie immer wieder gut, auch in neuer Besetzung. Das Ensemble Amarcord bietet zur Eröffnung seines diesjährigen a cappella-Festivals am Freitagabend in der Michaeliskirche Ungewohntes.

11.05.2014

Sie stand einfach da, ohne Regung, im Hintergrund gigantische Goldflügel, und sang ihr Lied. Und Europa verliebte sich in eine Frau, die ein Mann ist. Conchita Wurst heißt tatsächlich die Siegerin des Eurovision Song Contest 2014. Österreich freut sich über eine Heldin, die auch ein Held ist.

Imre Grimm 11.05.2014