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Ein Cross­over, das nicht selten gespielt, aber kaum so direkt benannt wird. Bea und Banda ist das Bandbaby der Schauspielerin, Sprecherin und Sängerin Beate Furcht.

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Bea & Banda: Stephan König, Beate Furcht, Alfred Kallfass, Dominique "Gaga" Ehlert und Christoph Schenker (von links).

Quelle: Wolfgang Zeyen

Tango-Jazz in der Nato. Im Konzert am Mittwochabend stockte den Zuschauern immer wieder der Atem.

Es sind ihre Lieblingslieder, es ist ihre Vorstellung von Leidenschaft, Sinnlichkeit und Theatralik, die dort in Töne und - meist spanische - Sprache gerinnt. Tango eben à la Piazzola, stilistisch ohne Scheuklappen und sehr breit aufgefasst. Milongas erklingen, Capoeira-Gesänge; Weltmusik in des Wortes angenehmsten Sinne. Und natürlich Jazz: Der darf, wenn gut gespielt, sowieso alles.

Glücklicher Stoßseufzer der Sängerin nach dem Ende eines gut besuchten und heftig bejubelten Konzertes: "Ich habe die besten Musiker der Stadt, eine charismatische Band mit viel Herzblut, was will ich mehr?!" Da widerspricht ihr niemand. Diese vier Herren zu erleben ist Augen- und Ohrenweide.

Bassist Alfred Kallfass ist da noch vergleichsweise zurückhaltend. Er stellt sich und seine punktgenauen Läufe ganz in den Dienst der Band, darf allerdings auch zwei oder dreimal zeigen, wie die Tieftonpumpe solistisch funktioniert. Am Cello Christoph Schenker, der auf seinem Instrument eine Vielzahl von Instrumenten spielt. Von Bass und Violine bis zu verzerrter E-Gitarre reicht das Spektrum, er kann aber auch unheimlich um das Haus streichenden Wind oder clubbige Elektroloops. Manchmal - und auch das ist überaus angenehm zu hören - spielt er sogar Cello.

Auch Stephan König zeigt gelegentlich, an welchen unerwarteten Stellen man dem gläsernen Kaiser-Flügel (Leipzigs speziellstem Instrument) Töne entlocken kann. Meistens jedoch benutzt er die schwarzen und weißen Tasten - und die bedient er mit einer faszinierenden Mischung aus tief verinnerlichtem Feeling und technischer Perfektion. Die Qualität seiner Performance überrascht nicht bei diesem Ausnahmepianisten, aber sie beeindruckt immer wieder aufs Neue.

Heimlicher Star des Abends ist jedoch Drummer Dominique "Gaga" Ehlert. Er hat eine spezielle Technik, verschmilzt fast mit seinem Instrument, der ganze Körper ist Groove. Wo andere windmühlenartig mit den Armen fuchteln, kommen bei ihm die Schläge mit Sticks, Besen und Schlägeln in unglaublich dichter Folge ansatzlos aus dem Handgelenk. Wenn er und König sich gegenseitig zu Höchstgeschwindigkeiten und -Intensitäten treiben, erreicht das Konzert seine instrumentalen Glanzpunkte.

Wer diese Musiker zum ersten Mal erlebte, mag vielleicht glauben, dass sie in diesem Konzert zu Höchstform aufgelaufen wären. Aber das trifft eigentlich nicht zu: Sie rufen lustvoll, aber durchaus locker das musikalische Qualitätslevel ab, auf dem sie sich immer befinden. Außergewöhnliche Zustände höchstens beim Publikum, wenn wiederholt der Atem stockt angesichts der Kabinettstückchen, die hier ein ums andere mal geboten werden.

Souveräne Dompteuse dieser wilden Banda bleibt immer Sängerin Bea. Einfach, weil ihr ambitioniertes, seelenvolles Agieren auf der Bühne nie einen Zweifel daran lässt, wessen seelische Welten hier vertont werden. Sehr angenehm, dass die musikalischen Vorlieben der Beate Furcht ziemlich passgenau auf dem liegen, was sie auch stimmlich überzeugend interpretieren kann. Im Verbund mit so einer Band bleibt dann tatsächlich kaum noch etwas zu wünschen übrig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.08.2013

Lars Schmidt

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