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Medien „His Dark Materials“: BBC bestellt zweite Staffel
Nachrichten Medien „His Dark Materials“: BBC bestellt zweite Staffel
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14:02 12.09.2018
Hauptdarstellerin: Dafne Keen spielt in der TV-Verfilmung von Philip Pullmans „His Dark Mateials“-Romanen die kindliche Heldin Lyra Belaqua alias Lyra Listenreich. Quelle: Picture Alliance/Geissler Fotopress
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London

Alle Universen am Abgrund, ein Messer, das Fenster in Welten öffnet. Philip Pullman schickt in seiner Romantrilogie „His Dark Materials“ ein kleines Mädchen in einen mythischen Krieg. Daraus macht die BBC jetzt eine Fernsehserie.

Seit „Game of Thrones“ ist ein TV-Fantasyboom zu verzeichnen

Und hat großes Vertrauen in einen Riesenerfolg: Noch bevor die erste Staffel von „His Dark Materials“ gesendet wurde, ja überhaupt ein Sendetermin bekannt gegeben wurde, hat der britische Sender eine achtteilige zweite Staffel bestellt. Mit gutem Grund: Seit dem Erfolg von „Game of Thrones“ boomt das Fantasygenre im Fernsehen. Der Streamingdienst Amazon Prime etwa versucht, mit einer Tolkien-Serie zu punkten, HBO plant Spin-offs von „Game of Thrones“, wenn die Serie 2019 mit der achten Staffel zu Ende geht.

„His Dark Materials“ erzählt die Geschichte der kleinen Lyra Belaqua (Dafne Keen). Lyra ist ein wildes Gör, lauscht, wo sie nicht soll, und hört merkwürdige Gerüchte um eine Substanz namens „Staub“, um eine schimmernde Stadt hinter den Polarlichtern.

Heldin Lyra kommt grauenvollen Experimenten auf die Spur

In ihrem heiß geliebten Oxford (eines Paralleluniversums) verschwinden plötzlich Kinder, eines Tages auch ihr bester Freund Roger. Mit Flusszigeunern und der Hilfe eines Alethiometers, eines orakelnden Kompasses, folgt sie seiner Fährte, und kommt inmitten der eisigen Wildnis des Nordens grauenvollen Experimenten auf die Spur.

Mediziner im Dienst der Kirche trennen die Kinder von ihren Dämonen, veräußerlichten Menschenseelen in Tiergestalt. Um kosmische Modelle zu beweisen.

Das Oxford Lyras ist anders, ähnlich dem unsrigen, dennoch magischer, mystischer, dunkler. Durch ein Loch in den Wüsten der Arktis rutscht Lyra in eine sterbende Welt, trifft dort den Jungen Will und findet mit ihm ein Messer. Damit lassen sich Fenster in abertausende Welten schneiden, Welten, die allesamt am Abgrund stehen.

Die Romanvorlage: Ein gewaltiger Dreibücherkampf um den Himmel

Die Romane waren mehr als Jugendbücher, eine Schwindel erregende Vision, einer der größten Fantasywürfe seit Tolkiens Ring-Saga – mit der finstersten Höllenfahrt seit Dichtergedenken. Hexen, Engel, Eisbärenkrieger, Libellenritter, Klippenalpe traten zu einem gewaltigen Dreibücherkampf um den Himmel an.

Neben Keen werden in der BBC-Serie auch James McAvoy („X-Men“) und Ruth Wilson („Luther“, „The Affair“) auftreten. Regie führt Tom Hooper, der durch subtile Historiendramen bekannt wurde („The King’s Speech“, „The Danish Girl“).

Schon einmal wurde der erste Band von „His Dark Materials“ verfilmt. Chris Weitz’ „Der Goldene Kompass“ war 2007 Kino-Fantasy der „Herr der Ringe“-Klasse. Ein sorgsam inszenierte Welt, in der die Himmel märchenfarben waren und alle Architektur die Patina des Erhabenen hatte – bis hin zum matten Gaslichtschimmer der Naphta-Laternen. Und wenn der Panzerbär Iorek Byrnison sich zu seinen vier Metern furchterregender Gestalt aufrichtete, war das majestätisch, gänsehauterregend imposant.

Die Kinoversion von „Der Goldene Kompass“ spielte zu wenig ein

Daniel Craig und Nicole Kidman spielten damals mit, Dakota Blue Richards bettete man als Lyra mit ihren wilden Locken, ihrem blitzenden Blick und ihrem entschlossenen Kinn sofort in sein Zuschauerherz. Doch die Einspielergebnisse von 372 Millionen Dollar weltweit waren Hollywood zu wenig, um eine Fortsetzung zu riskieren. Die (von Weitz’ einigermaßen gebändigte) Religions- und Kirchenkritik in Pullmans Romanen trug ebenfalls zum vorzeitigen Ende der Filmtrilogie bei. Die folgenden Bände waren nämlich diesbezüglich noch „härter“.

Sogar Gott starb in den Büchern. Ein angstvoller Greis, der nichts mehr zu sagen hat in Engelhausen. Der aus einer Sänfte fällt und in einem Nebensatz verpufft. Mal sehen, wie die BBC diese Szene realisiert.

Von Matthias Halbig / RND

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