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18:15 07.09.2016
Akif Cagatay Kilic, türkischer Sportminister. Quelle: dpa
Berlin

Im Streit um die Beschlagnahmung eines Interviews mit dem türkischen Sportminister hat sich die Bundesregierung hinter die Deutsche Welle (DW) gestellt. Sie unterstützte die Forderung des staatlichen Auslandssenders, die Aufnahmen wieder herauszugeben. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte: „Die Pressefreiheit ist für uns ein hohes, nicht zu verhandelndes Gut.“ Dies gelte nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland.

Wegen der Beschlagnahmung des Interviews wurde der deutsche Botschafter Martin Erdmann auch bei der türkischen Regierung vorstellig. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes führte er dazu ein „konstruktives“ Telefonat mit dem Büroleiter des Sportministers, Akif Cagatay Kilic. Konkrete Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt.

Der Minister hatte dem DW-Moderator Michel Friedman am Montagabend ein Interview gegeben. Nach Angaben des Senders wurde das Material dann aber unmittelbar danach von seinem Ministerium konfisziert. Kilic behauptete im Kurznachrichtendienst Twitter, er habe gefordert, das Interview nicht auszustrahlen. Anschließend habe man lediglich eine „Verfügungsgewalt“ angewendet. Kilic bestritt damit nicht, dass die Aufnahmen im Besitz des Ministeriums sind.

Kritische Fragen Grund für die Beschlagnahmung?

Kritische Fragen zur Situation von Frauen und Verhütung haben aus Sicht von Deutsche-Welle-Moderator Michel Friedman zur Beschlagnahmung des Interviews geführt. In dem Gespräch mit Kilic sei es um verschiedene Themen gegangen. „Wir landeten dann auch bei – ein Stichwort, das ihm überhaupt nicht gepasst hat – bei den Rechten der Frauen“, sagte Friedman im Deutschlandradio.

Nachdem das Fernsehteam das Gebäude bereits verlassen habe, seien Vertreter des Ministeriums gefolgt. Nach einer kurzen Diskussion über den Inhalt des Interviews sei der Kameramann auf Türkisch aufgefordert worden, die Chipkarte aus der Kamera herauszunehmen. Der Ministeriumsvertreter sei mit dem Chip dann wieder im Gebäude verschwunden. „Wir haben kein Material mehr“, sagte Friedman.

Von dpa/RND/dk

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