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07:18 15.11.2016
Ruf nach Pressefreiheit: Demonstranten vor der Redaktion von „Cumhuriyet“ in Istanbul. Quelle: EPA
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Istanbul

Der nachfolgende Text stammt von Kollegen der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“. Die Zeitungen im RedaktionsNetzwerk Deutschland veröffentlichen ihn an diesem Dienstag, wie viele andere Zeitungen in Deutschland, um ein Zeichen der Solidarität für die verhafteten Kollegen in der Türkei zu setzen.

Alles begann am Morgen des 31. Oktober 2016, mit dem Anruf unseres Chefredakteurs Murat Sabuncu. Morgens um sieben Uhr meldete er sich bei unserem Chef vom Dienst und sagte: „Mein Freund, sie nehmen mich mit.“

Zuerst dachten alle, er mache einen Scherz. Doch es stimmte: Die Polizei durchsuchte Murat Sabuncus Wohnung und nahm ihn fest. Seinem Anruf folgten bald weitere; unsere Telefone begannen, wie verrückt zu klingeln: Die „Cumhuriyet“-Journalisten Aydın Engin, Hikmet Çetinkaya und Hakan Kara, unser Ombudsmann Güray Öz, die Vorstandsmitglieder der „Cumhuriyet“-Stiftung Bülent Utku und Mustafa Kemal Güngör, unser ehemaliger Finanzverantwortlicher Bülent Yener und sein Nachfolger Günseli Özaltay, der Leiter unserer Buchbeilage Turhan Günay – sie alle wurden aus ihren Wohnungen geholt. Wir Mitarbeiter versammelten uns sofort in unserem Haus. Schon in unseren ersten Gesprächen stellten wir fest, dass die Operation gegen die „Cumhuriyet“ niemanden wirklich überrascht hatte.

Alle Schuld wird auf der „Cumhuriyet“ abgeladen

Wie alle Oppositionellen wollte man die „Cumhuriyet“ zum Schweigen bringen. Dabei machte die „Cumhuriyet“ keine Opposition, sondern nur „Nachrichten“. Aber das politische Klima ist im Regime des Ausnahmezustands rauer geworden. Der Grund, unsere Kollegen und Freunde festzunehmen, lautete: Mitglieder der Gülen-Organisation und der PKK zu sein und in deren Namen Straftaten begangen zu haben.

In Wirklichkeit ist die „Cumhuriyet“ eine der wenigen Zeitungen, die stets auf die Gefahr hingewiesen haben, dass die Gülen-Organisation Polizei und Justiz mit dem Ziel unterwandert, die Kontrolle über die Republik an sich zu reißen und die Türkei in einen islamischen Staat zu verwandeln. Zudem ist die „Cumhuriyet“ eine der wenigen Zeitungen, die die Rechte der Kurden verteidigt, zugleich die PKK ständig kritisiert und jede Art von Terror ablehnt. Doch nun wird diese ganze Vergangenheit für nichtig erklärt und alle Schuld auf der „Cumhuriyet“ abgeladen.

Wahrheit kommt früher oder später ans Licht

Doch die Wahrheit hat eine Angewohnheit: Sie kommt früher oder später ans Licht. So war es abermals ein Journalist, der aufdeckte, dass der Staatsanwalt, der die Ermittlungen gegen die „Cumhuriyet“ geführt hatte, selbst in einem Gülen-Prozess angeklagt ist. Die Tatsache, dass ein wegen Mitgliedschaft in der Gülen-Organisation angeklagter Staatsanwalt die Ermittlungen geführt hatte, hätte das Verfahren gegen die „Cumhuriyet“ eigentlich zusammenbrechen lassen müssen. So aber sprach der Justizminister bloß von einem „Missgeschick“. Das Ministerium war nicht einmal auf die Idee gekommen, den Staatsanwalt von seinen Aufgaben zu entbinden.

Wir machen unsere Arbeit mit dem Ziel, guten Journalismus zu liefern. Dazu brauchen wir nur eines: Pressefreiheit. Um in Ruhe unserer Arbeit nachgehen zu können, müssen wir einfach nur Journalisten sein können. Wir müssen für jene eine Stimme sein, die keine haben, wir müssen die Tatsachen berichten und aufschreiben. Unsere Arbeit ist schwer, der Druck ist groß, die Bedrohungen sind ernst. Aber nichts davon wird uns abhalten.

Die Nachricht unseres Chefredakteurs Murat Sabuncu, die er aus der Haft geschickt und damit unsere Augen mit Tränen gefüllt hat, ist eigentlich der Grundsatz von jedem, der bei der „Cumhuriyet“ arbeitet: „Wir werden uns nur unserem Volk und unseren Lesern beugen.“

Von Redaktion der „Cumhuriyet“

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