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Medien „Cumhuriyet“: Protest mit weißen Flächen
Nachrichten Medien „Cumhuriyet“: Protest mit weißen Flächen
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12:37 01.11.2016
Ein Mann protestiert vor den Redaktionsräumen der Zeitung „Cumhuriyet“ gegen die Festnahmen. Quelle: AFP
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Istanbul

Einen Tag nach der Festnahme von 13 Mitarbeitern der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“ ist das türkische Blatt in vollem Umfang erschienen - allerdings nicht in gewohnter Form. Statt der Kolumnen der festgenommenen Journalisten Hikmet Cetinkaya und Kadri Gürsel erschienen am Dienstag aus Protest nur weiße Flächen. Die Hälfte der Zeitung war den Festnahmen vom Vortag gewidmet.

Proteste gegen die Festnahmen

Zudem übte das Blatt scharfe Kritik am Vorgehen der türkischen Behörden. Es sei ein Schlag gegen die Informationsfreiheit des Volkes, hieß es in einer Überschrift. Das türkische Wort für „Schlag“ (darbe) kann auch als „Putsch“ übersetzt werden.

Die Zeitung berichtete auch von Protesten in zahlreichen Städten der Türkei gegen die Festnahmen und Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft. Diese wirft der Zeitung vor, die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen zu unterstützen, die für den gescheiterten Militärputsch verantwortlich gemacht wird.

Grünen-Chef kritisiert Türkei

In Deutschland kritisierte Grünen-Chef Cem Özdemir die zögerliche Reaktion der Bundesregierung auf die „Cumhuriyet“-Festnahmen. „Die Bundesregierung sagt, sie macht sich Sorgen um die Pressefreiheit“, sagte Özdemir am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. „Ich frage nur: um welche Pressefreiheit? In der Türkei gibt es keine Pressefreiheit, also braucht man sich keine Sorgen machen.“ Die Zeitung werde faktisch dicht gemacht.

Özdemir betonte die Wichtigkeit, dass der Westen nun Präsident Erdogan geschlossen als Wertegemeinschaft entgegentrete. Mit westlichen Werten wie Demokratie, Menschen- und Minderheitenrechten habe die Türkei nichts am Hut, so Özdemir.

Von dpa/RND/zys

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