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Medien Darauf ein Krabbenbrötchen - „Nord Nord Mord“ macht Werbung für Sylt
Nachrichten Medien Darauf ein Krabbenbrötchen - „Nord Nord Mord“ macht Werbung für Sylt
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23:01 08.03.2015
Friesisch herb: Robert Atzorn (li.) als Theo Clüver, Julia Bendler als Ina Behrendsen und Oliver Wnuk als Hinnerk Feldmann. Quelle: ZDF
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Westerland

Dabei hätte man eigentlich mehr als solche Tourismus-PR von dem von Anno Saul inszenierten Film erwarten können, schließlich stammt das Drehbuch von den Erfindern des Münsteraner „Tatorts“ Stefan Cantz und Jan Hinter. Doch dieser familientaugliche Provinzkrimi ist weder richtig spannend noch lustig oder gar skurril. Und tolldreister Klamauk passt ja sowieso nicht zur norddeutschen Lebensart.

Zudem ist für den Humor fast ausschließlich Oliver Wnuk (bekannt aus der TV-Serie „Stromberg“) zuständig, der den Assistenten von Clüver, Hinnerk Feldmann, spielt und in dieser Rolle mal wieder sein komödiantisches Talent beweisen darf. Selbst ein schnöder Schluckauf ist bei ihm irgendwie komisch. Auch seine zahlreichen Macken sind witzig. Und dazu gibt es noch ein paar nette Gags, beispielsweise den von dem etwas trotteligen Streifenpolizisten mit seiner Vorliebe für Krabbenbrötchen, die er selbst in prekären Situationen unterkühlt friesisch genießt.

Los geht es jedoch richtig kriminalistisch, und bevor Feldmann seinen ersten komödiantischen Auftritt hat und die ersten Krabben verspeist sind, muss man leider schon ein wenig warten. Gleich zum Auftakt wird am Strand von Rantum ein abgetrennter Arm gefunden. Was zwar Sylt nicht gerade in Angst und Schrecken versetzt, aber dennoch auf der ansonsten zumindest in der Nachsaison gemütlich-idyllischen Insel für erhebliche Aufregung sorgt.

Dass der Arm höchstwahrscheinlich von einer Schiffsschraube abgetrennt wurde, steht ziemlich schnell fest. Doch das kleine Team um Clüver, neben Feldmann noch die hübsche Ina Behrendsen (Julia Brendler), verfolgt noch eine weitere Spur. Am Abend zuvor wurde ein lebloser Körper auf einem Hotelparkplatz gemeldet. Als die Polizei am Tatort erschien, war die vermeintliche Leiche jedoch verschwunden. Keiner, außer einem nach alter Landessitte ständig Wodka trinkenden Russen, hatte irgendetwas beobachtet, auch nicht die Hotelbesitzerin Hannah Kronen (Josefine Preuß).

Kurz darauf finden zwei Fischer auf See den einarmigen Leichnam eines Mannes und Surfers, der vor zehn Jahren nach Hawaii auswanderte. Der stand damals im Verdacht, an einem millionenschweren Juwelenraub beteiligt gewesen zu sein.

Diese für einen Familienkrimi erstaunlich kompliziert konstruierte Geschichte sorgt zumindest für ein wenig Spannung. Obwohl leider auch hier mal wieder das Fernsehgesetz bestätigt wird, dass sich hinter einer überraschend prominent besetzten Nebenrolle oft der Täter verbirgt.

Doch es gibt ja noch als zusätzliches Spannungselement das schon im Titel des Films versprochene Geheimnis des Ermittlers Clüver. Er führt in dieser Folge nämlich ein Doppelleben. Das glauben zumindest seine beiden Assistenten, als sie beobachten müssen, wie ihr frisch von seiner Frau getrennter Chef sich des Öfteren mit wesentlich jüngeren Damen trifft und sie dabei herzt und abbusselt. Am Ende ist die Welt auf Sylt wieder in Ordnung. Das ist dann schon ein

Ernst Corinth

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