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Nachrichten Medien Das Raumschiff schwebt aus dem Hangar
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06:00 18.04.2017
Delta-Optik: Das neue Raumschiff „Discovery“ in der „Star Trek“-Flotte verlässt den Hangar. Quelle: Foto: Screenshot
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Los Angeles

Der Weltraum, unendliche Weiten. Ein paar Monate noch, dann kehrt „Star Trek“ auf die Bildschirme der Welt zurück. Der Sender CBS will mit dem berühmtesten TV-Franchise der Welt seinen Streamingdienst CBS All Access nach vorne bringen. Eine Art Serienroman soll es werden, eine große Weltraumgeschichte, die sich über die erste Staffel spannt. In einem kurzen Teaser, der vorab erschien, geht’s an berstenden Planeten und brodelnden Sonnen vorbei. Versprochen werden für die sechste Serie aus Gene Roddenberrys Universum „neue Besatzungen, neue Bösewichte, neue Helden, neue Welten“.

„Discovery“ – ein Name mit Science-Fiction-Tradition

Das Raumschiff ist ansehnlich, ein stählerner Space-Kranich mit breiten Deltaflügeln und einer düster wirkenden Sepiafärbung. Die „Discovery“, die auf Designs eines nie realisierten „Star Trek“-Films aus den Siebzigerjahren und der ebenfalls im Planungsstadium aufgegebenen Siebzigerjahre-Serie „Star Trek: Phase II“ basiert, gleitet in dem Videoclip langsam und sexy aus dem Hangar, und schon diese kleine Sequenz, die wie das Schweben eines Models über den Laufsteg wirkt, macht Appetit auf mehr. Der Name „Discovery“ (Entdeckung) hat Rang und Namen in der Science-Fiction: So hieß das Raumschiff in Stanley Kubricks „2001“, das den Astronauten David Bowman am Ende direkt in Gottes gute Stube brachte.

Eine Zombiekämpferin im Weltraum

Wie später die „Enterprise“ (die neue Serie spielt zehn Jahre vor James T. Kirks erster Fünfjahresmission) ist auch die CBS-„Discovery“ kein Gefährt für eine Handvoll Astronauten sondern eine raumfahrende Stadt. Erzählt wird die Geschichte erstmals nicht aus Kommandantenperspektive, sondern aus der Sicht der Ersten Offizierin Michael Burnham (Sonequa Martin-Green), der zweiten weiblichen „Star Trek“-Hauptfigur nach Captain Janeway (Kate Mulgrew) aus „Raumschiff Voyager“ (1995 – 2001) und der ersten Schwarzen in einer Führungsposition (Lieutenant Nyota Uhura war in der Originalserie „nur“ die Kommunikationsoffizierin, teilte auf der Brücke Computerresultate mit und küsste auch mal – Skandal! – Captain Kirk). Anthony Rapp spielt in „Discovery“ Lieutenant Stamets, den ersten schwulen Charakter einer „Star Trek“-Serie.

Bald unterwegs in den Tiefen des Alls: „Walking Dead“-Star Sonequa Martin-Green spielt die Erste Offizierin der „U. S. S. Discovery“. Quelle: picture alliance

Die Handlung ist streng geheim, so gut wie nichts sickert durch, allenfalls, dass Darsteller für Klingonen gecastet wurden. „Größer, rauer und mutiger“ soll es laut Sonequa-Green diesmal werden, die Schauspielerin verspricht „eine gewaltige Reise“. Ein Wiedersehen mit Sarek, dem Vater von Mister Spock (gespielt von James Frain) wird es geben. Und noch ein alter Bekannter der „Star Trek“-Gemeinde ist an Bord: Harry Mudd, der erstmals 1966 in der Episode „Die Frauen des Mr. Mudd“ der Originalserie auftauchte. Damals trieb der feiste Weltraumschelm mit einem Frachtschiff, das aussah wie ein goldlackierter Fingernagel, in einen Asteroidengürtel hinein und wurde in letzter Sekunde an Bord der „Enterprise“ gebeamt. In der neuen Serie wird er von Rainn Wilson gespielt, den man aus der US-Version von „Das Büro“ kennt.

Gastauftritte sind gefragt

Gastauftritte werden auch schon angefragt: Andrew Lincoln, als Sheriff Rick Grimes Anführer der Heldenschar in der Horrorserie „The Walking Dead“, wünscht sich für eine kleine Rolle an Bord der „Discovery“, zur Not auch mit Alien-Make-up. „Sie ist eine überaus beeindruckende Frau“, lobt er Martin-Green, die sich mit ihm fünf Staffeln lang in einer von Zombies gefluteten Welt durchschlug. „Sie wird dieses Sternenschiff mit derselben Klasse und Stärke anführen.“

1966 begann der Fernsehkult: Captain James T. Kirk (William Shatner, l.) und Mister Spock (Leonard Nimoy) waren die Führungskräfte auf dem „Star Trek“-Raumschiff Enterprise. Quelle: obs

CBS ist im Verzug. Erst sollte es schon Anfang 2017 in Welten gehen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat, dann im Mai. Jetzt rechnet man im frühem Herbst mit dem Stapellauf der „Discovery“. Der genaue Termin steht immer noch in den Sternen. In Deutschland werden die 13 Episoden bei Netflix zu sehen sein. Die Vorfreude auf Neues aus der Föderation, aus einer toleranten Welt, in der die Menschheit untereinander und mit anderen Spezies in Frieden und Eintracht lebt, ist in trüben Zeiten wie diesen ungemein groß.

Denn Scifi-Serien wie „Discovery“ sagen uns beruhigend: Wir haben noch Zukunft.

Von Matthias Halbig

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