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Nachrichten Medien Das spricht für „Lethal Weapon“ als TV-Serie
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19:52 06.02.2017
Riggs (Clayne Crawford, links) und Murtaugh (Damon Wayans Senior). Quelle: SAT1
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Hannover

„Atmen, Baby!“, rät Martin Riggs hochschwangere Frau ihrem Mann. Ausgerechnet als der sich in der Wüste von Texas eine halsbrecherische Verfolgungsjagd mit Gangstern liefert, schickt sich das gemeinsame Kind an, zur Welt zu kommen. Riggs vergisst beinahe das Luftholen ob der frohen Botschaft.

Dann aber fährt das Schicksal grausam in sein Glück, die hochschwangere Miranda kommt nie im Hospital an. Unterwegs wird ihr Auto gerammt, Mutter und Kind sterben, der toughe Cop Riggs bricht zusammen und hat fortan die Hand an Bier, Burger oder Schießeisen – ein Borderline-Typ, wie er im Buche steht. In Los Angeles versucht er einen Neuanfang, wird dem LAPD-Senior Roger Murtaugh zur Seite gestellt, einem schwarzen Nummersicher-Bullen, der Ruhe braucht für sein armes Herz, das gerade erst einen Infarkt überstanden hat. Und der ab jetzt Sachen erleben muss, die ihm den Blutdruck in ungeahnte und ungesunde Höhen treiben.

Riggs und Murtaugh kämpfen gegen das Verbrechen

Neustart für Mr. Haudrauf und Mr. Zaghaft. McG war der rechte Mann für den Pilotfilm dieser Fox-Serie, die ab Montag bei Sat.1 zu sehen ist. Der Regisseur und Produzent aus Michigan weiß, dass Piloten schnell unterwegs sein müssen, und hat sein Talent für Tempo bereits in ansprechenden Filmen wie „Terminator: Die Erlösung“ und „Das gibt Ärger“ bewiesen. Mit dem Geschäft, Profit aus Fernsehserien zu schlagen, kennt er sich ebenfalls aus. Vor 15 Jahren, als man noch vornehmlich Kinofilme aus alten Serienstoffen destillierte, zeichnete er für die viel zu überdrehten „Drei Engel für Charlie“-Filme mit Drew Barrymore verantwortlich. Zwischenzeitlich produzierte er Erfolgsserien wie „Chuck“ und „Supernatural“.

In unseren Zeiten des sogenannten Qualitätsfernsehens läuft es nun andersherum: Fernsehserien formulieren die Geschichten berühmter Kinofilme epischer aus. Jetzt also „Lethal Weapon“ – Riggs und Murtaugh kämpfen gegen das Verbrechen, diesmal gespielt von Clayne Crawford und Damon Wayans Senior.

Ganz große Schuhe, gewiss. Von den vielen Polizeibuddys der Filmgeschichte waren Mel Gibson (Riggs) und Danny Glover (Murtaugh) die unterhaltsamsten. Vier Filme entstanden zwischen 1987 und 1998, und unvergesslich ist bis heute das Debüt der beiden Gegensätzlichen: Ein 110 Minuten langes Polizeimärchen mit viel Bleiluft, spektakulären Stunts und feinem Humor. Richard Donner inszenierte mit prima Timing. Der dem Tod allzeit ins Auge pikende Riggs stürzte sich kopfüber in jede todbringende Situation, je auswegloser, desto besser. Und der besorgte Familienvater Murtaugh folgte ihm mit Stoßgebeten, immer glaubens, das aktuelle Stündlein der Gefahr sei sein letztes. Nach einer der grandiosesten Schlusspointen des Actionkinos verließ man das Lichtspielhaus mit breitem Grinsen. Und besuchte die drei Folgefilme, die auch nicht von kleinem Kaliber waren.

Alles ist laut und lässig wie gehabt

Crawford und Wayans geben im Fernsehen ähnlich viel Gas. Der erste, eher zufällige gemeinsame Einsatz bei einem Banküberfall, den Riggs, verkleidet als Pizzabote, beendet, bringt Murtaugh noch nicht ganz an den Rand des Verstands. Der zweite schon. Bei einer Verfolgungsjagd durchbrechen sie eine Wand und stehen mit ihrem lädierten Wagen plötzlich inmitten brausender Formel-1-Rennwagen. „Dieser Typ will sterben!“, schreit Murtaugh seinen Chef an, und das ist auch der Verdacht der Polizeipsychologin, die Riggs von nun an auf den Zahn fühlt.

Der klemmt sich derweil hinter einen vermeintlichen Selbstmord eines Navy Seals und kommt dessen gewaltsam herbeigeführtem Ende auf die Spur. Gewaltiger Showdown: Kugeln spuckende Flinten und Autos, die durch Fenster springen. Alles ist laut und lässig wie gehabt, allenfalls ist die Sprache ein bisschen freier von Unflat und sind die Bilder nicht ganz so blutig wie auf der Leinwand. Die Story ist wie die der Filme zweitrangig, die Action zählt, und die steht im Pilotfilm kaum hinter dem zurück, was Kino kann.

Apropos Kino: Wenn Miranda zu Beginn auf ihrer Einfahrt mit Riggs telefoniert, ist das Haus nebenan, auf dem der Nachbar gerade den Rasen wässert, tatsächlich das, in dem der Murtaugh der Filme lebte. Mit einem selbst fabrizierten Omen verlinkt man sich mit der Filmhistorie. Ob die Qualität dieser ersten Episode über die ganze Staffel gehalten werden kann, muss sich weisen. Mirandas Aufforderung an ihren Mann folgt ein erstes Lob für die Serie. „Gut geatmet, Baby!“

Von RND/Matthias Halbig

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