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Medien Deutsche Welle verklagt die Türkei
Nachrichten Medien Deutsche Welle verklagt die Türkei
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12:46 26.09.2016
Der türkische Sportminister Akif Cagatay Kilic. Quelle: dpa
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Bonn

Im Streit um ein Interview der Deutschen Welle mit dem türkischen Sportminister Akif Kilic hat der Sender das zuständige Ministerium verklagt. Die Deutsche Welle erklärte, sie habe beim Zivilgericht in Ankara Klage auf Herausgabe des Videomaterials eingereicht.

Der Journalist Michel Friedman hatte Anfang September Kilic unter anderem zu dem vereitelten Militärputsch befragt, der Minister ließ das Material allerdings beschlagnahmen.

Intendant Limbourg kritisiert türkische Behörden

Das türkische Ministerium für Jugend und Sport ließ nach Angaben der Deutschen Welle mehrere Fristen des Senders verstreichen, das Material herauszugeben. Daher wurde nun Klage eingereicht.

Der Intendant des Senders, Peter Limbourg, kritisierte die türkischen Behörden. Der Vorgang habe mit Rechtsstaatlichkeit und Demokratie nichts mehr zu tun. „Wir fordern die türkische Seite nun auf dem Rechtsweg zur unverzüglichen Herausgabe unseres Videomaterials auf“, erklärte er.

Auswärtiges Amt mischt sich ein

Der Sender hatte zu dem Interview für das Format „Conflict Zone“ erklärt, die Themen des Gesprächs seien dem türkischen Ministerium vorab mitgeteilt worden. In einer Stellungnahme des Ministeriums hieß es laut DW hingegen, es habe keine Autorisierung des Interviews gegeben. „Die Fragen, die gestellt wurden, waren nicht die, die im Vorfeld vorgelegt worden waren.“

Kurz nach dem Vorfall hatte sich auch das Auswärtige Amt in den Streit eingeschaltet. So sprach der deutsche Botschafter in Ankara, Martin Erdmann, mit dem Büroleiter von Kilic. Zudem wurde demnach auch der „formelle Geschäftsweg zum türkischen Außenministerium“ beschritten.

Von RND/afp

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