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Medien „Game of Thrones“-Macher lieben keine Trailer
Nachrichten Medien „Game of Thrones“-Macher lieben keine Trailer
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21:00 18.01.2019
Thronfolge oder Tod? Jon Schnee (Kit Harington) gilt nicht mehr als Bastard. Theoretisch könnte er Herrscher der Sieben Königslande werden. Quelle: Nicolas Armer/dpa
Los Angeles

In Zeitlupe erklingt der berühmte „Game of Thrones“-Walzer, als Held Jon Schnee mit einer Fackel durch die Kellergewölbe der Nordmännerburg Winterfell schreitet. Vorbei an einer Statue von Lyanna, der geheimnisreichen toten Schwester seines Vaters – deren tragisches Schicksal den Anfangs- und offenbar Endpunkt der Geschehnisse von acht Staffeln der Fantasyserie nach George R. R. Martins „Lied von Eis und Feuer“-Romanen setzt.

Die kleinen Vorfilmchen beflügeln die Fantasie der „GoT“-Fans

Die Stimme seines Ziehvaters Eddard Stark flüstert beim Passieren von dessen Statue aus dem Off: „Du bist ein Stark“ – das was er Jon eigentlich schon beim nächsten Treffen sagen wollte, zu dem es dann dank der dramatischen Zuspitzung in Episode 9 der ersten Staffel nie mehr kommen sollte. Seine Halbschwestern Arya und Sansa trifft Jon in der Gruft, gemeinsam stehen sie bald vor drei Grabesstatuen ihrer selbst. Heißt dass, dass Jon Schnee nicht auf dem Eisernen Thron sitzen wird? Dass er am Ende des letzten Durchgangs womöglich gar nicht mehr leben wird?

Ein anderer Teaser zeigt die Lennister-Geschwister Cersei, Tyrion und Jaime in Winterlandschaften – alle drei mit todernsten Gesichtern. Schiffe mit den goldenen Kraken der brachialen Graufreuds auf den Segeln halten auf den Hafen von Königsmund zu. Sansa Stark erklärt Daenerys Targaryen, dass Winterfell ihr ergeben sei.

Und Bran, der gelähmte Bruder Sansas, schaut mit einem gruseligen Blick drein, der den Winter über die Zuschauer kommen lässt. Ist Bran am Ende doch der fürchterliche Winterkönig, wie im Internet spekuliert wurde. Eine These, die man für völlig abstrus hielt. Und muss Tyrion, der zynische Zwerg, der einem immer mehr ans Herz wuchs, sterben?

Teaser und Trailer sind den Serienschöpfern ein Dorn im Auge

Sie ist wieder angerollt, die gigantische PR-Maschine, die das Finale der wohl spektakulärsten Fernsehserie aller (bisherigen) Zeiten auch zum Fernsehereignis 2019 machen soll. Zig Millionen in aller Welt sollen dabei sein, wenn die politisch-philosophisch verbrämte, dialog- und schauspielstarke Fantasyserie mit ihren kinoreifen Bildern und Spezialeffekten in die letzte Runde geht. „Game of Thrones“ ist ein popkultureller Großwurf wie es „Star Wars“ fürs Kino war – nur tiefgründiger.

Das Betrommeln mit kleinen szenischen Häppchen und den noch ausstehenden längeren Trailern ist den Serienschöpfern David Benioff und Daniel Brett Weiss allerdings überhaupt nicht recht. Ginge es nach ihnen, bliebe jedes Bild ein Geheimnis.

Das verrieten sie jetzt dem Branchenblatt „Entertainment Weekly“. Benioff berief sich dabei auf einen der verrätseltsten Regisseure, auf „Twin Peaks“-Schöpfer David Lynch: „David Lynch hat einst gesagt, er wünschte, es gäbe keine Trailer. Und recht hat er. Man könnte einfach einen Film besuchen und ihn völlig unvoreingenommen anschauen.“

Auch nach dem Ende der Serie wird Westeros weiterleben

Weiss steht Benioff zur Seite: „Ich hätte es gern, das jemand sagt: ,Vertraue mir, sieh dir das an‘“. Beide wissen freilich, dass sie sich den Erwartungen der Fans nicht entziehen können. Also werden demnächst auch die Trailer bereit gestellt werden und die Fantasie der Amateurauguren beflügeln, die jeden Fingerzeig und Gesichtsausdruck der Serienfiguren ausdeuten.

Die achte Staffel von „Game of Thrones“ wird am 14. April beginnen. Inzwischen wurde auch für den Pilotfilm zum noch namenlosen „Game of Thrones“-Prequel eine Regisseurin gefunden. S. J. Clarkson wird im Regiestuhl Platz nehmen.

Auch wenn also in diesem Frühjahr Schluss ist mit der Saga um den Eisernen Thron, werden die Zuschauer wieder nach Westeros zurückkehren – wenn auch tausend Jahre vor den jetzigen Ereignissen. Und dann gibt es ja noch Martin, den Schöpfer all dessen, der seinem Publikum immer noch zwei dicke „Lied von Eis und Feuer“-Romane schuldig ist.

Von Matthias Halbig / RND

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