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Medien Kaya Yanar findet nur wenige Kinokomödien gut
Nachrichten Medien Kaya Yanar findet nur wenige Kinokomödien gut
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17:09 19.03.2018
Blaurot und flugfähig: Kaya Yanar präsentiert in unterschiedlichen Genres sein Kino-Ranking, blickt humorvoll hinter die Kulissen und fliegt auch schon mal im Superman-Kostüm durch die Luft. Quelle: Sat.1
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Hannover

In seiner neuen TV-Reihe setzt sich Comedian Kaya Yanar auf lustige Art mit dem Thema Film auseinander. In „Guckst Du?! Kayas große Kinoshow“ (Freitag, 20.15 Uhr, Sat.1) geht es in jeder Ausgabe um ein bestimmtes Filmgenre wie Action, Romantik oder Horror, das der beliebte Komiker gemeinsam mit prominenten Gästen genüsslich durch den Kakao zieht. Kaya Yanar wurde 1973 in Frankfurt am Main als Sohn türkischer Eltern geboren, er selbst besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Yanar, der als Wegbereiter vieler anderer Comedians mit Migrationshintergrund gilt, lebt mit seiner Freundin in Zürich.

Herr Yanar, in Ihrer neuen Show geht es um Filme. Wann waren Sie das letzte Mal im Kino?

Ganz so oft schaffe ich es nicht, weil mir schlicht die Zeit fehlt. Aber das letzte Mal war kurz vor Weihnachten, glaube ich, in der Neuverfilmung von „Mord im Orient-Express“ mit Johnny Depp.

Hat Ihnen der Film gefallen?

Ging so. Komisch war, dass Johnny Depp auf dem Filmplakat ganz weit vorne war, im Film dann aber schon nach fünf Minuten abgemurkst wurde. Das hat mich überrascht und war auch ein wenig ernüchternd, um ganz ehrlich zu sein.

as halten Sie von den ganzen Superhelden-Filmen, die seit geraumer Zeit rauf und runter laufen?

Anscheinend gibt es da eine riesige Nachfrage, die Leute wollen wirklich jeden auch halbwegs bekannten Comichelden verfilmt sehen. Den Trend kann vor allem Marvel mit Figuren wie Spiderman oder Captain America erfüllen, deren Heldenuniversum scheint noch attraktiver zu sein als das von DC, obwohl die ja Batman und Superman am Start haben. Das ist natürlich irgendwie mysteriös (lacht).

Würden Sie sich als Filmfan bezeichnen?

Total, sonst könnte ich die Sendung auch nicht machen. Ich komme zwar wie gesagt nicht so oft ins Kino, schaue mir aber viele Filme auf DVD oder bei Netflix und anderen Anbietern im Internet an. Das ist natürlich bequemer, weil man die Couch nicht verlassen muss, ersetzt aber auf keinen Fall das Kinoerlebnis mit der großen Leinwand und der Stimmung, die vor allem in großen Sälen herrscht. Wenn 600 bis 700 Leute mitfiebern oder –lachen, dann hat das natürlich was. Man kann sich viele Filme zu Hause anschauen, aber für die bildgewaltigen und die Filme mit vielen spektakulären Special Effects sollte man dann doch ins Kino gehen.

Ist Kino noch zeitgemäß?

Unbedingt, gerade in Zeiten, in denen jeder nur noch auf sein Smartphone starrt, ist das Kino als Gemeinschaftserlebnis wichtiger als je zuvor. Man verabredet sich mit Freunden, geht vorher noch was trinken, saugt dann die Stimmung in einem Theatersaal auf – das ist doch unbezahlbar. Das ist wie bei einer Comedyshow, die kommt live ja auch viel besser rüber als auf DVD. Dass Menschen zusammenkommen und Spaß haben, stirbt doch nie aus.

Ihre Sendung widmet sich in jeder Ausgabe einem bestimmten Filmgenre. Welches ist denn Ihr Lieblingsgenre?

Ich mag Thriller wahnsinnig gerne, vor allem die mit einer überraschenden Wendung am Schluss. Also Filme, wie sie etwa der Regisseur M. Night Shyamalan gedreht hat, Sachen wie „The Sixth Sense“ und so. Ich mag aber auch bildgewaltige Filme wie „Inception“, die mit den Möglichkeiten und Reizen des Mediums an sich spielen. Oder Filme zum Nachdenken wie „Matrix“, die eine virtuelle Realität schildern. Generell gesagt mag ich Werke, die mit den Erwartungen des Publikums spielen und den Zuschauer überraschen. Wenn ich am Ende sagen kann: „O Gott, dass hätte ich jetzt aber nicht gedacht“, dann war es meist ein Film nach meinem Geschmack.

Was ist mit Komödien? Die müssen Ihnen als Comedian doch besonders am Herzen liegen.

Lustigerweise gibt es nur ganz wenige Komödien, die ich richtig gut finde. Ich glaube, dass sich Komik in Form eines 90- oder 120minütigen Films sowieso nicht so gut vermitteln lässt wie etwa in einer Comedyshow mit kurzen Gags und Sketchen. Die meisten Kinokomödien sind einfach nicht durchgehend lustig, das halten wirklich nur die wenigsten durch. Monty Python zum Beispiel hat es geschafft, „Die Ritter der Kokosnuss“ und „Das Leben des Brian“ gehören zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Das ist ein abgedrehter Humor, den ich wirklich sehr mag.

Gibt es Kinokomödianten, von denen Sie sich was abgeguckt haben?

Durchaus, ich finde zum Beispiel Roberto Benigni ganz großartig. Sein Meisterwerk „Das Leben ist schön“ ist unerreicht, ein absoluter Geniestreich, wie ich finde. Ich mag aber auch seine anderen Filme, in denen er einfach nur albern war. Ich bewundere sein Timing und ich finde gut, dass er ruhig bleibt – ich mag keine Comedy, die schreit und laut ist und die Lacher erzwingen will. Aber mein absoluter Comedy-Held ist Peter Sellers, der hinter allen seinen Figuren komplett verschwunden ist. Er ist für mich der beste Inspektor Clouseau aller Zeiten. Ich habe mich von einem seiner besten Filme, „Der Partyschreck“, auch ein bisschen zu meiner Figur des Inders Ranjid inspirieren lassen.

Mögen Sie Actionfilme?

Die finde ich dann gut, wenn die Hauptdarsteller sich und ihre Heldenrolle ironisch brechen, und davon gibt es ja mittlerweile eine ganze Menge – sogar im Genre der Superhelden-Filme.

Welchen Film würden Sie denn als Ihren Lieblingsfilm bezeichnen?

Einen Klassiker: „…denn sie wissen nicht, was sie tun“ mit James Dean. Das ist für mich ein generationenübergreifendes Meisterwerk mit einem großartigen Hauptdarsteller. Keiner hat die innere Zerrissenheit, die viele Teenager und junge Menschen durchmachen, so gut dargestellt wie James Dean in diesem Film.

Und was geht gar nicht?

Liebesfilme, um ehrlich zu sein. Damit entspreche ich zwar voll dem Klischee des männlichen Kinogängers, aber es ist einfach so. Natürlich steht dank meiner Freundin die eine oder andere Romanze auch mal bei uns zu Hause auf dem Programm, aber da muss ich dann halt durch. Oft heule ich am Schluss dann doch mit (lacht).

Wer tröstet dann wen?

Meistens sie mich, würde ich sagen.

Von Martin Weber

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