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Medien Bei „Let’s Dance“: Der Mann, der Musik sehen kann
Nachrichten Medien Bei „Let’s Dance“: Der Mann, der Musik sehen kann
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12:31 15.03.2019
Sieht den Rhythmus: Schauspieler Benjamin Piwko ist der erste gehörlose Tänzer bei „Let’s Dance“. Kleines Bild: Die Juroren Jorge Gonzalez (l.), Motsi Mabuse und Joachim Llambi. Quelle: Fotos: RTL
Köln

Man nehme einen Ex-Sportler, der sich ungelenk übers Parkett bewegt, ein hübsches TV-Sternchen, das die Zuschauer schon in einem anderen Format gut unterhalten hat und dazu noch jemanden, der üblicherweise als „Ex-Partner von“ vorgestellt wird. Das scheint seit Jahren das erfolgreiche Prinzip bei der Kandidatenauswahl bei „Let’s Dance“ zu sein. In der 12. Staffel, die am Freitagabend startet, gibt es allerdings nun Besonderheiten.

Benjamin Piwko kennen Zuschauer aus der „Tatort“-Folge „Totenstille“

Zum ersten Mal tanzt ein Kandidat mit, der die Musik gar nicht hören kann. Benjamin Piwko ist 38 Jahre alt, Schauspieler, und dem ein oder anderen womöglich noch aus der „Tatort“-Folge „Totenstille“ bekannt, in dem er 2016 die Hauptrolle eines Gehörlosen spielte, der Zeuge eines tödlichen Sexunfalls wird.

Für den gebürtigen Hamburger, der auch Inhaber einer Kampfsportschule ist, sind es vor einem Millionenpublikum die ersten Tanzversuche überhaupt: „Ich habe noch nie in meinem Leben getanzt“, erklärt er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Worte wie Contemporary und Samba kannte ich gar nicht wirklich.“

Doch wie geht Tanzen überhaupt, wenn man den Takt und den Rhythmus des Songs nicht hören kann? „Ich kann den Rhythmus natürlich sehen, weil sich die Tanzpartnerin ja im Takt bewegt. Ich bin sehr sensibel, was kleinste Bewegungen und Körpersprache angeht. Ich sage darum auch immer: ich kann nicht hören, aber dafür sind meine anderen Sinne geschärft.“

Piwko hat bei den Shows einen Gebärdendolmetscher dabei

Piwko ist nicht der erste Teilnehmer mit einem Handicap, schon Sängerin Joanna Zimmer tanzte blind. Aber er ist der erste, der das harte Urteil von Jury-Mitglied Joachim Llambi nicht hören – sondern nur sehen kann. „Ich habe bei den Shows einen Gebärdendolmetscher dabei.

Wenn Herr Llambi mich zu sehr kritisiert, mache ich halt die Augen zu und ignoriere das“, schreibt Piwko in seiner Mail an das RedaktionsNetzwerk Deutschland – und hängt einen lachen Smiley dahinter. „Ich kann aber auch sprechen. Ich habe erst mit 15 überhaupt erfahren, dass es Gebärdensprache gibt. Meine Mutter hat das absichtlich niemals gesagt, damit ich gezwungen werde über Schwingungen sprechen zu lernen.“

Ebenfalls zum erstern Mal im deutschen Fernsehen wird es ein gleichgeschlechtliches Tanzpaar geben. Bereits 2011 tanzte im österreichischen Ableger ein Mann mit einem Mann, nun hat sich Sängerin Kerstin Ott („Die immer lacht“) explizit eine Frau als Tanzpartnerin gewünscht.

Zwei Publikumslieblinge kehren zu den „Let’s Dance“-Tänzern zurück

Außerdem kehren am Freitag zwei Publikumslieblinge in das Tänzerteam zurück: Let’s Dance-Urgestein Isabel Edvardsson ist wieder da, nachdem sie im vergangenen Jahr nach der Geburt von Sohn Mika pausiert hatte. Auf den Nachwuchs will die Tänzerin auch nicht verzichten: „Meine Mama kommt extra aus Schweden, betreut ihn während des Trainings“.

Ebenfalls wieder da: Tänzerin Christina Luft. Die 29- Jährige hatte in ihrer ersten Staffel 2017 großes Pech. In der fünften Folge brach sie sich beim Tanz mit Giovanni Zarrella den Fuß – und fiel für den Rest der Staffel aus.

Klar ist: Über diese Staffel wird gesprochen werden. Das erhofft sich auch der gehörlose Piwko: „Ich möchte ein Vorbild für alle sein, die hörgeschädigt sind. Ich möchte zeigen, dass man alles schaffen kann.“

Benjamin Piwko: „Es ist Zeit für einen gehörlosen Superhelden“

Vielleicht geht ja nach der Sendung auch sein großer Karrierewunsch in Erfüllung: „Es ist Zeit für einen gehörlosen Superhelden. Einen Blinden gibt es mit Daredevil ja schon, Professor X bei den X-Men sitzt im Rollstuhl. Warum also nicht einen gehörlosen Kommissar, der auf eine ganz andere Art ermittelt. Er muss sich den Unsinn nicht anhören, den die Verdächtigen erzählten, er erkennt an der Körpersprache, wer die Wahrheit sagt.“

Von Lena Obschinsky und Thomas Kielhorn / RND

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