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Netzwelt BGH: WLAN-Passwort muss nicht geändert werden
Nachrichten Medien Netzwelt BGH: WLAN-Passwort muss nicht geändert werden
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21:49 17.01.2017
Internetnutzer, die sich auf eine individualisierte Verschlüsselung ihres Routers durch den Hersteller verlassen, haften nicht, wenn ihr WLAN trotzdem gehackt wird. Das entschied der BGH.  Quelle: dpa
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Karlsruhe

Es ist eine Geschichte, wie sie vielen Internetnutzern Angst macht: Eine Firma fordert von einer Frau Hunderte Euro, weil ein Film auf einer Tauschbörse illegal zum Download angeboten worden war – und zwar über ihren Internetzugang. Aber sie selbst hatte das Video nicht hochgeladen, sondern jemand anderes. Ist sie trotzdem dafür verantwortlich?

Die Splendid Film GmbH warf ihr vor, dass sie ihren Internetzugang nicht ausreichend geschützt habe. Die Frau hatte von ihrem Telekomanbieter einen Router der Marke „Alice Modem WLAN 1421“ erworben. Dieses Gerät war mit einem sogenannten WPA2-Schlüssel gesichert, der aus einer 16-stelligen Ziffernfolge bestand.

Gericht sieht keine Pflichtverletzung der Frau

2014 wurde bekannt, dass die Verschlüsselung fehlerhaft war und von Hackern geknackt werden konnte. Splendid argumentierte deshalb, dass die Frau für das illegale Anbieten des Films verantwortlich gemacht werden müsse, weil sie den werksseitigen Schlüssel nicht durch einen eigenen, sichereren ersetzt hatte.

Ein Gericht der Vorinstanz widersprach. Die Filmfirma habe nicht nachweisen können, dass der Router-Hersteller den 16-stelligen Sicherheitscode auch für andere Router vergeben habe – dadurch blieb unklar, ob es sich um ein unsicheres Kennwort gehandelt habe, das ab Werk gegelten hatte.

Auch der BGH sah keine Pflichtverletzung der Frau. Der Verschlüsselungsstandard WPA2 sei „als hinreichend sicher anerkannt“. Zudem fehlten zum Kaufzeitpunkt Hinweise, dass der 16-stellige Zifferncode fehlerhaft generiert worden war und damit nicht den marktüblichen Standards entsprach. Dies sei erst 2014 bekannt geworden. Der Film war aber schon ein Jahr zuvor über den Internetanschluss der Frau in der Tauschbörse angeboten worden. Deshalb trifft die Die laut BGH keine Schuld.

In anderen Fällen können die Gerichte aber zu einem anderen Urteil kommen. Der BGH erklärte grundsätzlich: Der Inhaber eines Internetanschlusses müsse überprüfen, ob sein Router über die marktüblichen Sicherungen verfüge – „also einen aktuellen Verschlüsselungsstandard sowie ein individuelles, ausreichend langes und sicheres Passwort“. Dann dürfe er den voreingestellten Sicherheitscode beibehalten. Sollte es sich dagegen um ein nicht individualisiertes Passwort handeln, das für mehrere Gerät verwendet worden sei, müsse er es ändern. Sonst könne eine „Verletzung der Prüfungspflicht“ vorliegen.

Der Fall hat das Aktenzeichen Az. I ZR 220/15.

Von dpa/afp/RND/zys/wer

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