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Nachrichten Medien Netzwelt Deutsche Post verkauft Kundendaten an Parteien
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15:39 01.04.2018
Die Deutschen Post hat Datensätze zu fünfstelligen Beträgen je an CDU und FDP verkauft. Quelle: dpa
Bonn

Die Deutsche Post hat nach Recherchen der „Bild am Sonntag“ Kundendaten an CDU und FDP weiterverkauft. Die Daten hätten zu Wahlkampfzwecken gedient und seien auch zur Bundestagswahl 2017 eingesetzt worden. Seit 2005 gebe es diese Geschäftspraktik.

CDU und FDP sollen fünfstelligen Summen für die straßengenauen Analysen bezahlt haben. Beide Parteien bestätigten dies gegenüber der „Bild am Sonntag“. Die Konservativen hätten aufgrund der Datensätze einen Haustür-Wahlkampf aufgebaut, die Liberalen verschickten Wahlwerbung an bestimmte Zielgruppen.

Die Post selber wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Allerdings zitiert die „Bild“ aus dem vertraulichen Papier „Wähleransprache mit Parteiaffinität“ vom März 2018: „Für ca. 20,0 Mio. Häuser mit rund 34 Mio. Haushalten in Deutschland stehen mehr als 1 Milliarde Einzelinformationen zur Verfügung.“

Daten zu 85 Prozent der deutschen Haushalte sind im Besitz der Post

Glaubt man der Werbebroschüre der Deutschen Post, so besitzt das Unternehmen Daten zu 85 Prozent aller Haushalte in Deutschland, darunter Angaben zu Kaufkraft, Bankverhalten, Geschlecht, Alter, Bildung, Wohnsituation, Familienstruktur, Wohnumfeld und Pkw-Besitz.

Die Datensätze würden mit Statistiken von Behörden wie dem Katasteramt und dem Kraftfahrt-Bundesamt angereichert. Die Post kombiniert laut „Bild“ ihre Daten mit Wahlergebnissen der Stimmbezirke. Behilflich sei dabei das Meinungsforschungs-Institut dimap.

Der ehemalige Staatskonzern betont allerdings, für die Wähleranalyse keine personenbezogenen Daten zu verkaufen. Laut der Werbebroschüre sind aber Aussagen zur „Parteiaffinität“ für einzelne Gebäude möglich.

Wer übrigens nicht will, dass die Post seine Daten zu Adresse, Wohnort oder Kaufkraft für Werbezwecke weitergibt, kann dem schriftlich widersprechen.

Von sos/RND

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