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20:01 08.06.2018
Zwischen Kennerspiel und “Kniffel“: die Würfelversion von “Istanbul“ überzeugt mit schöner Gestaltung und einer eingängigen Spielmechanik. Quelle: Pegasus Spiele
Leipzig

“Istanbul“ gewann 2014 den Preis “Kennerspiel des Jahres“. Und der Titel zeigt recht deutlich, worum es hier geht: Rüdiger Dorns Arbeit richtete sich an erfahrenere Spieler, aber nicht an ausgemachte Experten. Nun hat er das Prinzip – man handelt auf einem orientalischen Basar mit Rubinen – zu einem familienfreundlichen Würfelspiel heruntergebrochen.

Im Mittelpunkt stehen Würfel, die Symbole für vier unterschiedliche Waren, für Geld und für Karten zeigen. Zwei Aktionen hat jeder Spieler pro Runde. Meistens wird er seine Würfelergebnisse in verschiedenen Konstellationen verwenden, um Waren, Geld oder Kristalle zu erhalten.

Wobei Letztere dazu da sind, in späteren Runden unliebsame Würfelergebnisse wiederholen zu dürfen. In diesem Punkt erinnert “Istanbul“ beinahe an das gute alte “Kniffel“. Der Spieler kann aber auch Basarkarten nutzen, die kurzfristig Vorteile bringen, oder Moscheeplättchen kaufen, deren Nutzen von Dauer ist. Da erhält man zum Beispiel einen zusätzlichen Würfel – und einige Optionen mehr.

Ein übersichtlicher Spielplan und klare Grafik: “Istanbul – das Würfelspiel“ ist gut erklärt und auch für Kinder leicht verständlich. Quelle: Pegasus Spiele

Das klingt erst einmal relativ komplex, geht aber dank des leichtes Mechanismus, der klaren Grafik von Illustrator Andreas Resch und vor allem wegen der praktischen Übersichtskarten eingängig von der Hand. Nach den ersten zwei Runden versteht wohl jeder, worum es geht und wie es funktioniert. Das endgültige Ziel ist sowieso von vornherein klar: Sechs Rubine (bei vier Spielern: fünf) muss man sammeln, um zu gewinnen.

Diese Rubine befinden sich anfangs auf einem gut gegliederten Spielplan. Dort sind sie nach Bereichen sortiert, die zeigen, wann man sie nehmen kann: etwa, indem man eine bestimmte Menge einer Warensorte abgibt, oder gegen Geld. Mit jedem Rubin, den man weggenommen hat, wird es teurer. Der frei gewordene Platz zeigt den neuen Wert an. Einmalig einen Rubin gibt es auch, wenn man das fünfte Moscheeplättchen gekauft hat.

Perfekt für Familien geeignet

Das “Istanbul“-Würfelspiel hinterlässt ein gutes Gefühl. Auch wenn der Spieler nicht in jedem Moment genau weiß, was er da genau unternimmt, gibt es – wie auf einem echten Basar – immer etwas zu tun. Und das ist fast immer etwas Sinnvolles, was sehr befriedigend ist.

Niemals bekommt man das Gefühl, unter seinem Niveau zu spielen. Für Familien ist das Spiel perfekt geeignet, auch wegen der überschaubaren Dauer von höchstens einer Stunde. Vielspielern mag all das zu glücksabhängig sein. Aber für die gibt es ja auch das Kennerspiel.

Info: Rüdiger Dorn: “Istanbul – das Würfelspiel“. Pegasus, für zwei bis vier Spieler ab acht Jahren, etwa 18 Euro.

Von Stefan Gohlisch

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