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Netzwelt Jetzt warnt auch Samsung vorm Galaxy Note 7
Nachrichten Medien Netzwelt Jetzt warnt auch Samsung vorm Galaxy Note 7
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13:55 11.09.2016
Das Galaxy Note 7: Samsung hat den Verkauf weltweit gestoppt. Quelle: dpa
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Seoul/Washington

Samsung fordert die Käufer des Galaxy Note 7 weltweit auf, das Gerät überhaupt nicht mehr zu benutzen. Sie sollten das Smartphone ausschalten und es so bald wie möglich umtauschen, teilte das südkoreanische Technologieunternehmen auf seinen Websites mit.

Den Käufern wird geraten, ihre vorherigen Smartphones zu gebrauchen – „falls vorhanden“. Die Sicherheit der Kunden habe höchste Priorität, sagte der Chef der Sparte Mobile Kommunikation, Koh Dong Jin. Hintergrund der Warnung sind Berichte wonach, der Akku des Smartphones überhitzen und in Brand geraten kann.

Umtausch ab dem 19. September

„Derzeit führen wir eine umfassende Analyse mit unseren Zulieferern durch, um möglicherweise betroffene Batterien, die bereits auf dem Markt sind, zu identifizieren“, erklärte Samsung dazu. „Alle Kunden, die ihr Galaxy Note 7 bereits erhalten haben, bitten wir jetzt, ihr Gerät auszuschalten und nicht mehr zu nutzen.“ Ab dem 19. September werde das Unternehmen die Geräte der Kunden durch neue ersetzen.

Wie der Umtausch ablaufen wird, erklärt der Hersteller mit Sitz in Suwon (Südkorea) auf dieser Internetseite (in Deutsch). Dort erklärt Samsung auch: „Falls Sie Ihr Galaxy Note 7 vorbestellt haben und auf die Zustellung warten: Bitte entschuldigen Sie, dass Sie Ihr neues Galaxy Note7 noch nicht erhalten haben.“ Es werde daran gearbeitet, das Gerät „so schnell wie möglich“ zuzuschicken – frühestens aber ab dem 19. September.

Die Kosten des Rückrufs werden „astronomisch“ sein, prognostiziert der Produkthaftpflichtexperte Jahan Rasty, wie „Spiegel Online“ und „F.A.Z.“ berichteten. „Sie müssen die Leute entschädigen, das Problem beheben und ein überarbeitetes Modell ausgeben, das nicht den gleichen Fehler hat“, erklärte Rasty. Angesichts des Imageschadens bezifferten Analysten die Einnahmeausfälle unter Berücksichtigung aller mit dem Rückruf verbundenen Kosten auf fast fünf Milliarden Dollar, berichtet die „F.A.Z.“.

Offizieller Rückruf wird vorbereitet

In den USA hatte bereits die Verbraucherschutzbehörde CPSC den Nutzern eines Galaxy Note 7 geraten, das Smartphone abzuschalten. Die CPSC (Consumer Product Safety Commission) erklärte, gemeinsam mit Samsung werde an einer offiziellen Rückrufaktion über die Behörde gearbeitet. Es werde aber noch geprüft, ob der Umtausch gegen ein Gerät des gleichen Modells grundsätzlich eine ausreichende Maßnahme sei. Samsung hatte zuvor eine Umtausch-Aktion eingeleitet, die sich über einige Monate hinziehen kann.

Die US-Luftverkehrsaufsicht FAA hatte vor einer Nutzung des Geräts in Flugzeugen gewarnt. Passagieren werde dringend davon abgeraten, das Telefon einzuschalten oder zu laden sowie in ihrem Gepäck aufzugeben, erklärte die Behörde in ungewöhnlich striktem Ton. Auch die Behörden in Südkorea gaben die Empfehlung heraus, dass die Geräte während eines Flugs ausgeschaltet bleiben sollten.

Samsung räumt Schwierigkeiten ein

Samsung hatte die freiwillige Rückrufaktion für sein neues Vorzeigemodell vor gut einer Woche gestartet. Das Unternehmen räumte ein, dass das Telefon beim Aufladen des Akkus überhitzen könnte. Samsung bestätigte damals 35 Schadensfälle.

Das „Phablet“, eine Mischung aus Smartphone und Tablet-Computer, wurde zwei Wochen lang in mehreren Ländern ausgeliefert. Es soll um rund 2,5 Millionen Geräte gehen, die umgetauscht werden müssen. In Deutschland wollten die Mobilfunkprovider und Händler eigentlich am 2. September mit dem Verkauf des Note 7 starten. Am selben Tag hatte Samsung jedoch den Verkauf weltweit gestoppt. 

Von dpa/RND/wer

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