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Mobilfunk-Wandel: Internet der Dinge eröffnet neue Chancen

Telekommunikation Mobilfunk-Wandel: Internet der Dinge eröffnet neue Chancen

Dienste der Mobilfunk-Anbieter sind heute gefragter denn je - doch mit SMS- und Sprachtelefonie fallen auch bewährte Erlösequellen weg. Neue technische Entwicklungen sollen aber die Branche zu neuem Wachstum führen.

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Vodafone-Chef Vittorio Colao: Die Chefs führender Mobilfunk-Anbieter bekräftigten ihre Forderung nach besseren Bedingungen für ihr Geschäft Foto: Toni Albir

Barcelona. Die Mobilfunk-Industrie bereitet sich auf einen tiefgreifenden Wandel des Marktes vor. Es gebe nur zwei Alternativen: "Entweder man krempelt sein Geschäft um, oder man wird damit umgekrempelt", warnte am Montag Topmanager Ralph de la Vega vom amerikanischen Telekom-Riesen AT&T.

Zugleich öffne sich der Branche die Aussicht ein neues Geschäft: "Die ganze vernetzten Geräte müssen miteinander verbunden werden, und - hey! - das ist genau das, was wir machen." Zugleich werde mit dem Internet der Dinge in wenigen Jahren zehn Mal mehr vernetzte Maschinen als Menschen auf der Welt geben, gab er zu bedenken.

Die Industrie habe 100 Jahre daran gearbeitet, Menschen miteinander per Telefon sprechen zu lassen - "und jetzt ist Sprachtelefonie nur noch so etwas wie Lärm in der Leitung", sagte der Chef des Netzwerk-Ausrüsters Ericsson, Hans Vestberg. Der digitale Umbruch erreiche 2016 jeden industriellen Bereich. Auf der Mobilfunk-Messe gab Ericsson eine Kooperation mit dem Online-Handelsriesen Amazon im Cloud-Geschäft bekannt. Man wolle Diensteanbieter dabei unterstützen, neue Chancen zu ergreifen, etwa im Internet der Dinge und bei der Auswertung großer Datenmengen.

Chefs führender Mobilfunk-Anbieter bekräftigten ihre Forderung nach besseren Bedingungen für ihr Geschäft und weitere Investitionen in Netze. "Wir müssen für diese riesige Wette auf den Wandel der Gesellschaft, die wir eingehen, belohnt werden", sagte Vodafone-Chef Vittorio Colao. Die Politik müsse auch sicherstellen, dass es in der digitalen Gesellschaft und den verschiedenen Ökosystemen keine dominanten Player gebe, sagte er, ohne Google beim Namen zu nennen.

Die Mobilfunk-Anbieter kritisieren schon seit Jahren, dass sie Milliarden in den Netzausbau investieren - aber dann keinen Anteil an den Erlösen von Online-Firmen wie Facebook oder Google bekommen, die diese Infrastruktur auslasten. Die Internet-Unternehmen entgegnen, ihre Dienste machten die Datentarife der Netzbetreiber erst für die Kunden attraktiv.

Auch der Chef des spanischen Telekom-Riesen Telefónica, César Alierta, sagte, die Regulierung müsse verändert werden, damit für Netzbetreiber und Internet-Firmen die gleichen Rahmenbedingungen gelten. Dienste wie WhatsApp zum Beispiel haben für viele Verbraucher die SMS der Mobilfunker abgelöst. Ihre Umsätze sind auch durch den Rückzug der klassischen Sprachtelefonie unter Druck.

Der Mobile World Congress, das wichtigste Treffen der Mobilfunk-Branche, begann offiziell am Montag und läuft noch bis Donnerstag. Im vergangenen Jahr brachte die Fachmesse die Rekordzahl von 93 000 Besuchern nach Barcelona, diesmal dürften es kaum weniger sein. Die U-Bahn-Fahrer der Stadt setzten für Montag und Mittwoch einen Streik an. Die Folgen hielten sich am ersten Tag jedoch in Grenzen, es gab den festgelegten Mindestbetrieb von 50 Prozent der Züge zur Hauptverkehrszeit und 30 Prozent zu den Randzeiten.

dpa

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