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Netzwelt Nutzer wollen Facebook verlassen
Nachrichten Medien Netzwelt Nutzer wollen Facebook verlassen
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16:12 21.03.2018
Unter den Facebook-Nutzern regt sich Widerstand. Sie haben Sorge um ihre Daten. Quelle: imago
Palo Alto

Whatsapp-Mitgründer Brian Acton hat unter dem Hashtag #deletefacebook dazu aufgerufen, Facebook zu löschen. In einem Tweet schrieb er außerdem: „Es ist Zeit.“

Das Unternehmen, das Acton mitgegründet hat, gehört mittlerweile Facebook. 2009 hatte er den Messenger-Dienst Whatsapp zusammen mit Jan Koum ins Leben gerufen. 2014 verkauften die Gründer ihr Unternehmen für mehr als 19 Milliarden US-Dollar an Facebook. Anders als Koum arbeitet Acton mittlerweile nicht mehr für Whatsapp. Stattdessen hat er 50 Millionen Dollar in die Nachrichtenapp Signal investiert, die viele Datenschützer für vertrauenwürdig halten.

Auf Actons Tweet reagierten am Mittwoch zahlreiche Twitter-Nutzer.

Grund für den Aufschrei ist der Datenskandal um die Analysefirma Cambridge Analytica,die Zugriff auf Facebook-Daten von bis zu 50 Millionen Menschen gehabt haben soll. Mit personalisierten Inhalten soll die Firma dann Menschen in ihrer Wahlentscheidung beeinflusst haben. Es geht bei den Vorwürfen auch um die US-Präsidentenwahl, aus denen Donald Trump als Wahlsieger hervorgegangen war. Viele Facebook-Nutzer haben nun Angst um ihre Daten.

Auch eine Firma nutzte den Internettrend, um Werbung zu machen.

  Unter dem #deletefacebook gibt es aber auch viele kritische Kommentare.

Einige Twitter-Nutzer halten den Aufruf, Facebook zu löschen für unnütz:

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hat aufgrund der Vorfälle eine datenschutzrechtliche Prüfung angekündigt. „Die Vorgänge um das soziale Netzwerk Facebook und die britische Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica zeigen auf erschreckende Weise, dass die Daten von Nutzern nicht nur das Konsumverhalten von Personen beeinflusst, sondern auch Macht über politische Entscheidungen vermittelt“, sagte Caspar dem Technologie-Magazin „Heise Online“.

Speziell unter die Lupe nehmen will Caspar die Schnittstellen zu Apps und Spielen auf Facebook. Über diese erlaubten Nutzer oft auch einen Zugriff auf die Daten ihrer Freunde.

Von ang/RND/dpa

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