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Netzwelt „Reigns – Game of Thrones“: Westeros zum Wischen
Nachrichten Medien Netzwelt „Reigns – Game of Thrones“: Westeros zum Wischen
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16:00 17.11.2018
Spieler werden in „Reigns – Game of Thrones“ zu Königinnen und Königen auf dem unbequemen Eisenthron – und fällen pausenlos drastische Entscheidungen. Quelle: Nerial/Devolver
Leipzig

Die Beschäftigung mit „Game of Thrones“ ist immer auch eine Aufgabe. Wer wegen Feuer speiender Drachen oder feuriger Erotik einschaltet, muss trotzdem konfliktbetonte Dialogszenen zwischen verfeindeten Häusern, Herrschern und Bediensteten durchstehen.

Die DVD-Boxen im Wohnzimmerregal sind dick, die Buchvorlagen noch dicker. Könnte man ein so schweres Fantasy-Epos nicht auch irgendwie anders erzählen? Leichter?

Man könnte. „Reigns – Game of Thrones“ ist ein kleines Handyspiel, in dem das schwere Schicksal mit der Leichtigkeit einer Wischbewegung aufgefangen wird. Spieler werden dabei zu Königinnen und Königen auf dem unbequemen Eisenthron. Pausenlos fällen sie drastische Entscheidungen.

Gut getroffen: Der Tonfall in „Reigns – Game of Thrones“ passt hervorragend zu dem der Serie. Quelle: Nerial/Devolver

Das Handyspiel macht aus der Regierungsarbeit ein königliches Tinder: Wie in der Dating-App werden Vorschläge nach links gewischt, um sie abzulehnen, oder nach rechts, um sie anzunehmen. Die Geste kann sich schon im Original bei Tinder mächtig anfühlen – und respektlos.

In „Reigns“ wird das Schicksal ganzer Landstriche und Armeen wortwörtlich zur Seite gewischt. Als entscheidungsfreudige Regenten können die Spieler im Sekundentakt ihr Militär vernachlässigen, die Kirche demütigen, das Volk gegen sich aufbringen und die Kassen plündern.

Wer pleite geht, wird von der Bank erstochen

Das können sie allerdings nur sehr kurz. Gerät eine der vier Säulen des Königreichs aus dem Gleichgewicht, finden die Regenten ein jähes Ende. Wer etwa pleite geht, wird von der Bank erstochen, wer zu beliebt ist, von neidischen Lords gemartert. Mit jeder Partie wird ein Herrscher zerschlissen. So entsteht ein kurzweiliges Spiel.

Auf die Art hat „Reigns“ schon zuvor in zwei Handyspielen funktioniert. Nun beweist die Fortsetzung mit „Game of Thrones“-Lizenz, dass die Idee mit kleinen Korrekturen genauso gut auf dem Kontinent Westeros funktioniert. Spieler wählen ihre Regenten aus einem langsam wachsenden Kreis von Daenerys Targaryen bis Jon Schnee, aber das eigentliche Spiel bleibt gleich.

Auch Personalentscheidungen gehören zum Regierungsalltag in Westeros. Quelle: Nerial/Devolver

Etwas Abwechslung kommt durch lange Reisen, Tavernenbesuche, Turniere und Entscheidungen mit mehr als zwei Optionen ins Regierungsgeschäft. Das Spiel orientiert sich dabei an Elementen der Originalgeschichte. Wer taktisch spielen will, muss sich in Westeros auskennen.

Nach jedem plötzlichen Königstod erscheint Lady Melisandre und grübelt mit den Spielern, wer als Nächstes regieren soll. Das wird mit der Wiederholung durchaus langweilig. Aber es ist eben nicht als längere Beschäftigung gedacht.

Für Freunde von Westeros ist das Spiel eine erfrischende Abwechslung zu dem brütenden Grundtempo der Serie. Wer „Game of Thrones“ nicht kennt, der greift besser zu den ersten beiden „Reigns“-Spielen.

Info: „Reigns – Game of Thrones“ ist für 2 bis 4 Euro für Android- und Apple-Handys sowie für den PC erhältlich.

Von Jan Bojaryn

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