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21:22 06.10.2016
Ein Samsung Galaxy Note 7 ist in einem Flugzeug in den USA kurz vor dem Start in Flammen aufgegangen. Quelle: dpa
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Berlin

In Smartphones wie dem Samsung Galaxy Note S 7 werden Lithium-Ionen-Akkus eingebaut – genauso wie in vielen anderen Geräten: in Tablets, Akku-Bohrern, Notebooks, Drohnen und Elektrofahrrädern. Forscher sehen das mit Sorge. „Mit der steigenden Zahl der Akkus erhöht sich auch die Anzahl der dadurch ausgelösten Brände“, warnte Hans-Hermann Drews schon im Frühjahr. Er leitet das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS).

So funktionieren Lithium-Ionen-Akkus

Das Problem bei Smartphones ist: Da die Geräte immer kompakter und leistungsstärker wurden, musste auch die Energiedichte in den Batterien immer höher werden. Dafür wurden unter anderem die Elektroden, Kontakte und das Trennmaterial dazwischen dünner gemacht. Das erhöhte aber auch die Anfälligkeit – schon kleinste Produktionsfehler oder Verunreinigungen können schwerwiegende Folgen haben. Wie einen Brand.

Dazu ein kurzer Exkurs in den Physikunterricht: Ein Akku besteht aus einer Kathode, also einem Pluspol, und einer Anode, dem Minuspol. Beide werden durch eine Elektrolytschicht getrennt. Beim Aufladen oder intensiven Nutzen des Akkus wandern positiv geladene Lithium-Ionen aus der Kathode zur Anode. Diese elektrische Energie wird also in chemische Energie umgewandelt – es entsteht als Nebenprodukt Wärme und ist an und für sich kein Problem. Verbaute Sicherheitsvorkehrungen sorgen in der Regel dafür, dass ein Überhitzen oder sogar eine Explosion nicht möglich ist. Doch genau dieser Schutzmechanismus hat im Fall des Galaxy Note 7 versagt.

Das könnte die Explosions-Ursache sein

Nach einer Theorie könnten die Probleme mit Samsungs Smartphone damit zusammenhängen, dass die Akkus größer als vorgesehen ausgefallen waren – und es dadurch beim Einbau ins Smartphone zu Kurzschlüssen zwischen den Kontakten kommen konnte. Vielleicht durch einen Produktionsfehler.

Es gibt noch eine zweite Theorie: Demnach könnte der Schutzmechanismus, der vor einem Überladen des Akkus den Stromfluss abklemmen soll, versagt haben. Die Folge wäre: Das Lithium der Batterie wurde zu heiß, das Note 7 explodierte.

Samsung selbst erklärte, der Plus- und der Minuspol seien miteinander in Kontakt gekommen, wodurch es zur Explosion gekommen sein soll. Das würde für die erste Theorie sprechen. Aber final bestätigt ist noch nichts.

Immer wieder Zwischenfälle mit Überhitzung und Feuer

Schon seit der Markteinführung von Lithium-Ionen-Akkus Anfang der 90er Jahre gab es immer wieder Zwischenfälle mit Überhitzung und Feuer. Oft führte das zu Rückrufaktionen. Einer der berühmteren Fälle ist der Rückruf von rund zehn Millionen Notebook-Batterien, der 2006 die Bilanz des Herstellers Sony schwer belastet hatte.

Auch in der Luftfahrt kam es schon zu Problemen: Boeing brachten brennende Lithium-Ionen-Batterien bei seinem Vorzeige-Modell 787 „Dreamliner“ zu schaffen. Nach mehreren Zwischenfällen wurden 2013 zeitweise alle Flugzeuge des Typs stillgelegt.

Samsungs Note 7 gerät in Flugzeug in Brand

Ein Samsung-Smartphone des Modells Galaxy Note 7 ist über einen Monat nach dem weltweitem Rückruf in einem Flugzeug in den USA kurz dem Start in Flammen aufgegangen. Die noch am Gate stehende Maschine wurde in Louisville (Bundesstaat Kentucky) geräumt und der Flug nach Baltimore gestrichen. Niemand wurde verletzt. Das Brisante für Samsung: Das Smartphone war dem Besitzer zufolge bereits ein Austauschgerät, das er im Zuge des Rückrufs erhalten habe. Das Unternehmen wollte sich erst nach einer Untersuchung des Geräts dazu äußern. Samsung hatte das Note 7 wegen Brandgefahr zurückgerufen.

Von dpa/RND/cab/wer

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