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Netzwelt Videos sollen Twitter aus der Krise führen
Nachrichten Medien Netzwelt Videos sollen Twitter aus der Krise führen
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11:22 13.09.2016
Twitter-Chef Jack Dorsey will mit einer neuen Video-Funktion den Kurznachrichtendienst attraktiver machen. Quelle: dpa
San Francisco

Twitter-Chef Jack Dorsey steht ordentlich unter Druck: Der Konzern steckt in der Krise, die Nutzerzahl wächst nur schleppend und das Unternehmen verzeichnete im zweiten Quartal das geringste Umsatzplus seit dem Börsengang im Jahr 2013. Eine Trendwende muss her. Dorsey will den Kurznachrichtendienst unter anderem mit einem stärkeren Fokus auf Videos zu aktuellen Ereignissen aus der Misere führen. „Wir sind wirklich gut darin, Nachrichten schneller als alle anderen zu liefern“, sagte Dorsey dem Magazin „Fast Company“. Zugleich sei Video etwas, was die Menschen heute erwarteten.

Twitter will Videos und Kommentare miteinander verknüpfen

„Was wäre, wenn wir das in einem Erlebnis vereinen könnten, damit man nicht nach einem Fernseher suchen müsste, oder wo der Stream läuft - sondern einfach Twitter öffnen könnte, es sich dort ansehen und kommentieren“, beschrieb Dorsey das Konzept. Letztlich sei es das, was Twitter-Nutzer schon seit rund einem Jahrzehnt machten: „Sie schauen auf einen Bildschirm und sie twittern darüber.“ Der Dienst wolle jetzt beides auf einem Bildschirm vereinen und auch auf mobilen Geräten überall ansehen lassen. Mit Hilfe selbstlernender Maschinen will Twitter zentrale Momente eines Videos erkennen und den Nutzern als Highlights präsentieren.

Facebook mit seinen mehr als 1,6 Milliarden Mitgliedern setzt ebenfalls massiv auf Video und unter anderem auch auf Livestreaming, bei dem Bilder direkt zum Beispiel vom Smartphone übertragen werden. Twitter stieß den Trend mit seiner Livestreaming-App „Periscope“ mit an.

Konkurrenz für Twitter ist groß

Der gut zehn Jahre alte Kurznachrichtendienst kämpft mit Problemen. Die Zahl der Nutzer steckt bei rund 300 Millionen fest und wächst nur langsam. Auch Dorsey gelang es in gut einem Jahr bisher nicht, die Verluste zu stoppen.

Für mehr Flexibilität soll laut dem US-Onlinemagazin „The Verge“ auch die Regelung sorgen, dass ab 19. September zitierte Tweets und Anhänge, wie Fotos oder Videos nicht mehr das 140-Zeilen-Limit zusätzlich beschränken.

Von dpa/RND/mat

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