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Netzwelt Yahoo meldet größten Datenklau aller Zeiten
Nachrichten Medien Netzwelt Yahoo meldet größten Datenklau aller Zeiten
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11:08 15.12.2016
Mehr als eine Milliarde Nutzerkonten des US-Internetanbieters Yahoo sind nach Angaben des Unternehmens Opfer eines bislang unbekannten Hackerangriffs geworden. Quelle: EPA FILES
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Sunnyvale

Beim Internet-Konzern Yahoo ist ein weiterer gigantischer Datendienstahl bekanntgeworden, diesmal geht es sogar um gestohlene Informationen zu mehr als einer Milliarde Nutzerkonten. Gemessen an der Zahl betroffener Nutzer ist es der bislang größte bekanntgewordene Datenklau überhaupt. Bei der bereits im August 2013 erfolgten Cyberattacke seien die Angreifer voraussichtlich an Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtstage und unkenntlich gemachte Passwörter gekommen, teilte Yahoo mit.

Yahoo geht davon aus, dass es sich dabei um einen anderen Vorfall als den Hackerangriff von 2014 handelt. Damals sollen mindestens 500 Millionen Nutzerprofile betroffen gewesen sein, auch damals wurden vermutlich Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Geburtsdaten abgegriffen.

Sogar Sicherheitsfragen gehackt

Im nun bekannt gewordenen Angriff war der Datenklau offenbar noch extremer: In einigen Fällen könnten auch verschlüsselte und unverschlüsselte Sicherheits-Fragen und -Antworten betroffen gewesen sein, hieß es. Solche Fragen - etwa nach dem Namen des ersten Haustiers oder der Lieblingsfarbe - kommen zum Einsatz, wenn ein Nutzer sein Passwort vergisst. Unter Umständen können sie für Kriminelle also genauso viel wert sein wie das Passwort selbst. Außerdem gibt es die Gefahr, dass Nutzer auch bei anderen Diensten die gleichen Kombinationen aus Fragen und Antworten ausgewählt haben.

Yahoo betont, dass in beiden Fällen nach derzeitigem Kenntnisstand keine Passwörter im Klartext oder Kreditkarten- und Bankkonto-Informationen entwendet . Die Bezahldaten würden in einem anderen System aufbewahrt.

Yahoo vermutet „staatlich organisierte“ Attacke

Allerdings haben sich die Angreifer womöglich dauerhaften Zugang zu Daten einzelner Nutzer verschafft. Sie hätten sich Zugang zum Yahoo-Softwarecode verschafft, mit dem sie sogenannte Cookies fälschen konnten, teilte Yahoo mit. Das sind kleine Software-Elemente, die im Webbrowser abgelegt werden und zum Beispiel dafür sorgen können, dass man in sein E-Mail-Fach kommt, ohne jedes Mal ein Passwort eingeben zu müssen.

Unklar ist, wer hinter den Angriffen steckt. Yahoo vermutet, dass die Attacken von denselben Angreifern wie 2014 ausgingen, hieß es. Der Cyberangriff sei möglicherweise „staatlich organisiert“ worden. Welchem Land sie zugerechnet werden, ist in beiden Fällen unklar.

Folgen für geplante Übernahme

Der neuerliche umfangreiche Diebstahl von Kundendaten könnte die geplante Übernahme Yahoos durch den Telekommunikationsriesen Verizon gefährden. Der kriselnde Internetkonzern hatte Ende Juli bekanntgegeben, sein Kerngeschäft für 4,8 Milliarden Dollar an Verizon zu verkaufen. Verizon erklärte am Mittwoch, erst müssten die Auswirkungen des neuen Vorfalls geprüft werden, bevor „Schlussfolgerungen“ gezogen würden. Verizon hatte zuvor bereits erklärt, bei Abschluss des Deals nicht über den Verdacht eines Datendiebstahls informiert worden zu sein.

Yahoo gehörte einst zu den Internetpionieren und hatte im Jahr 2000 einen Börsenwert von 100 Milliarden Dollar. Das Unternehmen steckt jedoch inzwischen seit Jahren in der Krise. Im vergangenen Dezember entschied das Unternehmen unter dem Druck der Aktionäre, sein schwächelndes Kerngeschäft mit Suchmaschine und Online-Werbung auszulagern und einen Investor dafür zu suchen. Daneben besitzt Yahoo noch einen milliardenschweren Anteil am chinesischen Online-Riesen Alibaba.

Von zys/dpa/RND

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