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Medien Reporterlegende Seymour Hersh feiert 80. Geburtstag
Nachrichten Medien Reporterlegende Seymour Hersh feiert 80. Geburtstag
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00:16 13.04.2017
Enthüllungsprofi: Seymour Hersh.
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New York

„Früh am 16. März 1968 wurde eine Kompanie der Americal-Division der United States Army per Helikopter für einen Angriff auf einen als My Lai 4 bekannten Weiler in der schwer umkämpften Provinz Quang Ngai an der nordöstlichen Küste Südvietnams abgesetzt.“ Mit diesem Satz beginnt der klare, sachliche und zugleich grauenvolle Bericht eines Massakers von US-Soldaten im Vietnamkrieg, der Seymour Hersh weltweit berühmt machte. Als Enthüllungsjournalist ist er weit in die Schattenwelten des US-Militärs vorgedrungen – gerade hat er seinen 80. Geburtstag gefeiert.

Zum Journalismus kam der in Chicago geborene Sohn von Einwanderern aus Litauen und Polen zufällig: Er studierte Geschichte und versuchte sich an der juristischen Fakultät, doch er hasste es. Nach ersten Schritten im Journalismus und dem Militärdienst gründete er eine kleine Zeitung und landete schließlich beim „New Yorker“.

Es war das Interview mit Armee-Leutnant William Calley, welcher Hersh die Tötung Hunderter vietnamesischer Dorfbewohner im März 1968 unter seinem Kommando nacherzählte, das Hersh schlagartig berühmt machte. Die Stimmung in der US-Bevölkerung gegen den Vietnamkrieg kippte. Hersh gewann 1970 den Pulitzer-Preis. Fortan war keine Story zu groß, um vom Schmutz aufwirbelnden „Muckraker“ Hersh, der von Politikern stets „Anstand und Ehrlichkeit“ forderte, auf seiner Suche nach Wahrheit untersucht zu werden. Kein Wunder, dass ihn der Einzug Donald Trumps ins Weiße Haus nicht kaltgelassen hat. „Die Idee der Demokratie“, sagte er kürzlich, „ist nie so auf die Probe gestellt worden wie jetzt.“

Von Carsten Rave

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