Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° Gewitter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Tschüss Dresden, hallo Leipzig: „Die Zeit“ eröffnet ihr Ostbüro in Plagwitz

Neue Redaktion Tschüss Dresden, hallo Leipzig: „Die Zeit“ eröffnet ihr Ostbüro in Plagwitz

Seit Januar entsteht die ein Teil der „Zeit im Osten“ in Plagwitz. Die Redaktion zog aus der Landeshauptstadt Dresden nach Leipzig. Am Mittwochabend wurde das Büro zusammen mit 170 Gästen eröffnet.

Eröffnung vom Redaktionsbüro "DIE ZEIT im Osten" in Leipzig. v.l. Redakteur Martin Machowecz , Miniterin Petra Köpping , OBM Burkhard Jung , Redakteurin Anne Hähnig, Herausgeber " Zeit im Osten " Patrik Schwarz und stellv.Chefredakteur Moritz Müller-Wirth.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Genau genommen sind sie ja schon einige Wochen in der Stadt – die Korrespondenten Anne Hähnig und Martin Machowecz. Die beiden Redakteure der Wochenzeitung „Die Zeit“ steuern von Plagwitz aus seit Januar die Regionalausgabe „Zeit im Osten“. Der Bürowechsel von Dresden hatte für einige Geräusche in der Politik und diverse Wellen in den sozialen Netzwerken gesorgt. Ist Pegida Schuld? Ist Dresden als Stadt zu langweilig? Wollen die Reporter bei RB auch mal Bundesliga live sehen? Die Antworten darauf sind auf Ausgleich bedacht. „Wir hatten gute Jahre in Dresden, aber Leipzig hat uns mit seiner Dynamik magisch angezogen“, sagte Patrik Schwarz, Herausgeber der „Zeit im Osten“, am Mittwochabend zur offiziellen Eröffnung des Büros in der Naumburger Straße 48. Leipzig, so Schwarz, „ist die lebendigste Ost-West-Stadt nach Berlin“.

Seit 2009 ist die Hamburger Wochenzeitung mit einem Büro in Sachsen vertreten. Ab 2012 wurden die drei Extra-Seiten „Zeit im Osten“ mit Themen aus den neuen Ländern in Dresden gemacht. Nun also Abschied von der Elbe und Neustart an der Pleiße, vom gediegenen „Haus der Presse“ in Dresden in das bei Künstlern, Studenten und Start-Up-Firmen angesagte Plagwitz. Mit Büro-Blick bis zum S-Bahnhof, mehr Gründerzeit geht nicht. Ein Ortswechsel deshalb mit Symbolik, denn dass die „Zeit im Osten“ vor allem beim jungen urbanen Publikum punkten will, liegt auf der Hand. „Wir legen Wert darauf, am Puls der Zeit zu sein“, sagte Vize-Chefredakteur Moritz Müller-Wirth.

Für Leipzig ist das durchaus eine Chance – denn nach der Auflösung der Büros von „Spiegel“, „Stern“, „Focus“ und „Welt“ nach der Jahrtausendwende ist nun wieder ein überregionales Printmedium in der Stadt vertreten. Aktuell arbeiten in Plagwitz zwei Redakteure, die Stelle des nach Hamburg in die Zen-trale gewechselten Bürochefs Stefan Schirmer soll bis Sommer wieder besetzt werden.

Rund 170 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Medien feierten bei der Eröffnungsparty mit. Zum Auftakt gab es zwar keine genauen Auflage-Zahlen (Herausgeber Schwarz: „Die ,Zeit im Osten’ stützt die Gesamtauflage“), dafür eine kurzweilige Talkrunde. „Wird Leipzig überschätzt?“, fragte Redakteur Machowecz seinen Gesprächspartner, OBM Burkhard Jung (SPD). Noch nicht, gab das Stadtoberhaupt im Zwiegespräch zurück und bekannte, dass ihn der Vergleich mit Berlin eher nerve. „Aber ich werbe weiter hemmungslos für diese Stadt“, versicherte Jung. Mit dem „Zeit“-Büro in Plagwitz hat er jetzt den nächsten Werbeeffekt für Leipzig.

André Böhmer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Medien