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Medien Ungarn: Oppositionszeitung macht dicht
Nachrichten Medien Ungarn: Oppositionszeitung macht dicht
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14:34 09.10.2016
Protestieren gegen die Schließung der Zeitung Nepszabadsag: Tausende sind in Budapest auf die Straßen gegangen. Quelle: dpa
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Budapest

Die unabhängige ungarische Traditionszeitung „Nepszabadsag“ hat überraschend am Sonnabend ihr Erscheinen eingestellt. Der Eigentümer, die in österreichischem Besitz befindliche Mediaworks AG, begründete die Entscheidung mit den Verlusten, die das Blatt erwirtschafte. Mitarbeiter sprachen von einem „Putsch“, der politisch motiviert sei. Noch am selben Abend demonstrierten mehrere Tausend Menschen vor dem Parlament in Budapest gegen die Schließung des Mediums und gegen den „Angriff auf die Pressefreiheit“.

Ein Sprecher der rechts-konservativen Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban bezeichnete die Einstellung der linksliberalen Tageszeitung als „autonome Entscheidung eines Medieneigentümers“. Der Vize-Vorsitzende der Regierungspartei Fidesz, Szilard Nemeth, meinte allerdings: „Es war hoch an der Zeit, dass diese Zeitung zusperrt.“ Die linke Opposition kritisierte die Zeitungsschließung als „weiteren Schritt der Orban-Regierung, die verbliebene Pressefreiheit in Ungarn zu liquidieren“.

Sorgen sich um die Pressefreiheit: Demonstranten in Budapest. Quelle: afp

Tatsächlich traf das Ende der „Nepszabadsag“ die Mitarbeiter, Leser und Abonnenten wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Die gedruckte Sonnabend-Ausgabe wurde noch ordnungsgemäß ausgeliefert. Die Online-Version verschwand aber am Sonnabendvormittag ohne weitere Erklärung aus dem Netz. Wenig später wurde eine Verlautbarung der Mediaworks AG aufgeschaltet. „Die Herausgabe der „Nepszabadsag“ in allen ihren Versionen – Print und Online – wird mit dem heutigen Tag bis zur Ausarbeitung beziehungsweise Umsetzung einer neuen Konzeption ausgesetzt“, hieß es darin.

Die Facebook-Seite des Blattes, die vorerst unter Kontrolle der Mitarbeiter blieb, schrieb von einem „Putsch“. Das Blatt hatte in den vergangenen Monaten immer wieder über Skandale aus dem Umfeld von Regierungschef Orban berichtet.

Von RND/dpa

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